SINGLES Ox #61
Frankreich scheint derzeit eine sehr lebendige Emo/Hardcore-Szene zu haben, denn in regelmäßigen Abständen stoße ich auf neue, interessante Bands von dort. Fünf kleine DIY-Labels teilen sich den Release der Split-7? von AGHAST und SED NON SATIATA. Erstere sind mit zwei Songs am Start, die unterhaltsamen, aber nicht umwerfenden emotionalen Hardcore bieten, in denen sich melodische Momente mit den Schreiattacken des Sängers auseinander setzen müssen. Verbreakt und live bestimmt für den ein oder anderen Kopfnicker gut. SED NON SATIATA sind nur mit einem Lied dabei, welches aber recht lang ist. Geht eigentlich ziemlich genau in die selbe Ecke, vielleicht ein wenig moshiger, kreischiger, atmosphärischer, trotzdem dreckiger und auch besser als AGHAST. Gefällt. Die Texte sind größtenteils auf französisch (was ja irgendwie Sinn macht) und für wen das nett klingt, meldet sich bei puzzlerecordz@yahoo.fr und besorgt sich das Teil. (6) Renke
Nicht, dass ich seit Monaten an nichts anderes mehr denke, aber trotzdem habe ich mich riesig gefreut, als ich erfuhr, dass CAPTAIN PLANET, die ich Anfang des Jahres in Wuppertal live erleben durfte, nach zwei Demos ihre erste ?richtige? Single ?Unter?m Pflaster der Strand? (www.unterm-durchschnitt.de) herausbringen. Und noch freudiger der Augenblick, als ein wirklich wundervoll gestaltetes Klapp-Plattencover aus dem Päckchen rutscht und schweres Vinyl auf meinem Plattenteller rotiert. Vier Lieder über Trennung und vergangene Zeiten, melancholisch, ohne weinerlich zu wirken, mit leicht ironischem Unterton, schmunzelnd erzählt von einer beeindruckend klaren und hohen Stimme. Man möchte immer mitsingen, die Texte kann ich schon, nur wenn ich eine Oktave tiefer als das Original singe, klingt?s einfach nicht mehr. Der erzählerische Gesang klingt natürlich nach Hamburg, aber ungleich punkiger als die Nachbarn von den Studenten-Open-Airs. Die vier Jungs sind immer wieder in Deutschland unterwegs mit ihren Nordlichtfreunden MATULA, also bitte hingehen, mitsingen und einfach die pure Freude an schlecht besuchten Jugendzentrumskonzerten an regnerischen Nächten in fremden Städten genießen. Große Platte. (9) christoph schulz
CHAINBREAKER ist ein schön punkiger Name und angekettet klingt die aus Potsdam stammende Band auch wirklich nicht, passt also. Die selbstbetitelte 7? auf Vendetta (www.vendettarecords.de) umfasst sechs kämpferische Songs zwischen Old-School-HC (damit meine ich jetzt nicht die Teure-Turnschuhe-Fraktion), Crust und High-Speed-Punkrock, die mit angepissten Texten durchaus Charme vermitteln. Es wird deutsch gesprochen und die Band ist demnächst, soweit ich weiß, auch auf einem 7?-Sampler zusammen mit u.a. BOMBENALARM zu hören, was vielleicht eine ungefähre Richtung vorgibt. Ballert mich allerdings nicht so weg, wie die Single der zuletzt genannten. Es fehlt etwas an Wucht, wie auch an Abwechslung. Ist mir ein bisschen zu monoton und die Hit-Momente fehlen leider komplett (ja, auch popelige Punk-7?s brauchen Hit-Momente!). Hab die mal live gesehen, da fand ich es total gut. Hm, muss mich vielleicht noch reinhören ... Schicke Aufmachung. (7) Renke
Auf Psychotica Records (Vertrieb via www.xmist.de) kommt die Split-7? von DÄLEK und ZU. Extradickes Vinyl, nur 600 Stück. Beide Formationen covern/remixen sich gegenseitig, und mein Favorit ist ganz klar DÄLEK, die bei jeder der Shows jüngst massiv abgeräumt haben. Düstere HipHop-Beats meet Noise. Zur exzellenten Musik kommt hier noch die feine Comic-Verpackung, für die Miguel Angel Martin verantwortlich war. (8) Joachim Hiller
Die Split-Single der Finnen DISSECT und der Peruaner LOS REZIOS ist auf www.power-it-up.de und sechs weiteren Labeln, da sollte das Teil schnell unters Volk gebracht sein. DISSECT sind mir noch von ihrer ersten 7? auf power-it-up positiv in Erinnerung. Nun haben sie einen großen Schritt back to the roots gemacht und ihren gut produzierten Sound gegen eine derbe Prügelaufnahme getauscht, Gesang noch heftiger gebrüllt und ?Pretenders of the D-beat? auf die Platte geschrieben. DIS-Punk as Fuck sozusagen. Die Peruaner LOS REZIOS auf derselben Schiene mit ordentlichen Hardcore-Einflüssen, teilweise etwas holperig gespielt und aufgenommen, können insgesamt aber problemlos mit, ähm, westlichen Bands mithalten. Das die Umstände für Punks in Lateinamerika um einiges härter als hier sein dürften, sollte jedem klar sein. Beide Bands haben diese Genre nicht neu erfunden, geht aber klar. (6) Dr. Oliver Fröhlich
Stellt euch vor, Tiger könnten Lovesongs schreiben. Stellt euch vor, Raketen könnten Gitarren festhalten. Stellt euch vor, die Muppet Show wäre aus Gold, mit Dynamit bewaffnet und in der Lage, Schlagzeug zu spielen. Will sagen, hier wird Chuck Berry gefeiert, als wüsste man, dass sich morgen die Erde auftun wird. Die A-Seite stürmt voran wie ein junger Osama Bin Laden beim ersten Zungenkuss, die B-Seite ist eine Ansage im Mid-Tempo-Bereich, mit der Mann sogar die Jungfrau Maria flachlegen könnte. THE DAMAGERS, 7 Inches of Candy, die Moses vom Berg mit hinunter gebracht hätte, hätte er nicht bereits diese zwei bekackten Steintafeln in Händen gehalten ... Hell yeah. Ohrwürmer in Rock, getretener Arsch und shakende Fäuste inklusive!!! (High Noon/Cargo) KK
Hier kommt die Doppel-Grindcore-Attacke aus Brasilien, heftig, heftig, heftig. GRITOS DE ALERTA mit vier kurzen Attacken voller unbändiger Energie, Blastbeats, wüstem Geprügel, kurzen Hardcore-Einsprengseln und 80er UK-Thrash zu politischen Texten. Auf der Flipside SICK TERROR, stilistisch ähnlich, hier regieren noch stärker die Blastbeats, die langsameren Parts dann sehr metallisch, aber alles so räudig, das das Ganze aber auch gar nichts mit Metal zu tun hat und über jeden Zweifel erhaben ist. Mann, gehen die heftig ab. Zu bekommen bei www.Power-it-up.de oder im Mailorder deines Vertrauens. (10) Dr. Oliver Fröhlich
Via zaxxonvirileaction.com kommt die 3-Song-7? ?Yeah Baby!!!?der FATALS. Die noisebesessenen Franzosen haben ja unter anderem eine Platte auf InTheRed raus sowie drei Singles (zusammengefasst via P.Trash zu bekommen), und auch hier werden keine Gefangenen gemacht. Es macht stattdessen Buzzzzzzzzzzzzzzzz und Brrrrrrrrzzzzzzzz und dazu wird heiser und verzweifelt geschrien. Ich sag Punk, du sagst Garage, dein Kumpel Noise, und zusammen gehen wir dann aufs Konzert und sind alle drei glücklich, sofern wir danach noch was hören. Rauh, unpoliert, maximum volume. (8) Joachim Hiller
Nichts für schwache Nerven und lärmempfindliche Ohren ist die 3-Song-7? der aus Chicago stammenden FUNCTIONAL BLACKOUTS auf Wrench Records (www.pukenvomitrecords.com, MUDLARKS heißt die Band. Ich glaube die kommen aus Italien.? Rebecca: ?Aha, die klingen gar nicht mal schlecht.? Ich: ?Hmm, ich dachte zuerst, dass sie mir trotz Girlbonus zu rockig klingen, aber jetzt wo du es sagst ...?. Rebecca: ?Zeig mal her! Der Titel lautet ja auch ?R?N?R WAR?, du solltest nicht immer so voreingenommen sein. Also mir gefällt es jedenfalls?. Ich: ?Stimmt, du hast ja recht ... die sind wirklich gut!? (7) Alex Gräbeldinger
Ich habe zwar keine Ahnung wo genau die Amis NATION OF FINKS herkommen, aber es wird in ihrer Heimatstadt gewiss einige Szenemenschen geben, die die Band gerne aus der Stadt jagen würden. Mit ganz grandios unkorrekten Texten wartet ?Return Of The Pissed Off Bastards? (www.geocities.com/tysonkangaroo) auf, mit denen sich NATION OF FINKS sicherlich auch bei uns so einige Leute zum Feind machen werden. Textzeilen wie ?Hardcore doesn?t sound like SLAYER and WARZONE weren?t old school. (...) Don?t call me crusty, I took a shower this morning? aus ?Don?t call me crusty? oder ?Morrisey lyrics suited THE SMITHS just fine, but please stop your dull roster crying over girls? aus ?Fuck what Bridge Nine Stands For? und Songtitel wie ?Love Hardcore, hate you?, ?If I was True Metal, I?d kill myself? und ?What would Darby do?? sind nicht jedermanns Sache aber genau nach meinem Geschmack. Schön, dass es mal jemand so auf den Punkt bringt. Auch musikalisch machen NATION OF FINKS alles richtig: Bolleriger, komplett unmetallischer Highspeed-Hardcore, der nicht nur wegen des Gesangs an frühe POISON IDEA erinnert. Grandiose Platte! (9) André Bohnensack
Wäre da nicht die B-Seite mit den zwei zerfahrenen, hysterischen Trash-Songs, die sich nur durch die Jahreszahl von frühen NDW-Zick-Zack-Outputs unterscheidet, könnte die NOVACK ?Faking Noise?-7? auf Fidel Bastro als Rundumtreffer bezeichnet werden. Lassen wir die B-Seite also mal weg und betrachten das hektisch-epileptische Krachgedöns nicht, dann bietet die A-Seite einen absoluten Elektro-Dance-Trash-Hit, der auf den Tanzflächen der entsprechenden Clubs seinen Siegeszug feiern wird, denn der Song wackelt richtig Arsch. Aufgepasst, DJs, Plattenaufleger und andere Menschen mit penetranten Schlafstörungen, ?Faking Noise? mit seinem durchgängigen Beat, den angenehmen Noisestreuseln und dieser himmlischen zuckersüßen Frauenstimme hat es in sich. Die A-Seite ist ein absoluter Hit, die B-Seite wird das künstliche Licht der Welt kaum erblicken, so ist das manchmal eben. (A9/B0) kalle stille
Auf dem feinen, kleinen Label Zaxxon Virile Action aus dem kanadischen Bundesstaat Quebec kommt die rotvinylige, einseitig bespielte ?You Can?t Change?-7? der NERVOUS PATTERS, und bei denen handelt es sich um ein neues Projekt von Alicja Trout und Jay Reatard von den (mittlerweile wohl aufgelösten) LOST SOUNDS. Keine Ahnung, was die beiden dazu treibt, im Monatsrhythmus neue Projekte in Angriff zu nehmen, ob dieses hier überhaupt noch Bestand hat. Den einen Track singt Jay, den anderen Alicja, und irgendwie ist das das freundlichste, poppigste, was ich von den Noisemeistern bislang gehört habe. Haben. (8)
Joachim Hiller
Letztes Jahr kam die Debüt(?)-7? von POMMES BRUTAL auf Klartext Records raus, jetzt gibt es vier neue Songs im gleichen Format, aber auf einem anderen Label, nämlich Kalte Platten (kalte-platten@hamburg.de). Punkrock mit deutschen Texten, die definitiv Deutschpunkwut versprühen, dabei aber schön unparolisierend daher kommen. In ?Hunger!? geht es z.B. um gierige Blödmenschen. Als Vergleich würde mir jetzt tatsächlich eine nicht mehr existente Hamburger Punkband einfallen, die Anfang der 90er Jahre eine tolle LP veröffentlicht hat, aber im POMMES BRUTAL Info steht, das wäre langweilig und trifft es eigentlich nicht, somit lass ich es. Cool, wenn im Info Leitfäden die Richtung vorgeben. Sonst hätte ich mich jetzt voll in die Nesseln gesetzt. Puh ... Die Songs haben Drive und sind okay, es bleibt bei mir aber nichts hängen. Ist einfach nicht spannend genug. Wurde produziert von Ulf Nagel und ist auf 500 handnummerierte Exemplare limitiert. Wer die Klartext-Single mochte, sollte reinhören. (5) Renke
Sozusagen als Abschieds-Single der im Mai 2005 aufgelösten THE PARKINSONS kommt die EP ?Up For Sale? auf Wrench Records. Die drei Musiker kommen ursprünglich aus Portugal, agierten aber relativ erfolgreich in London, wo sie u.a. durch energetische und explosive Konzerte bekannt wurden. Die ersten drei Songs sind Neuaufnahmen vom Material ihrer CD, der vierte ist komplett neu und im übrigen ein Sommer-Pop-Punker erster Güte. Also, vier mal melodischer britischer Punkrock mit knalligem Sound, bewährt und gut! (8) Chris Virgo
Ausgerechnet den guten alten Johnny Cash nahmen sich PÖBEL & GESOCKS als Vorlage für ihr Stück ?1000 gute Gründe? (www.randale-records.de), eine Cover-Version also im rockigen Oi!-Sound, für den die Band zu Recht bekannt geworden ist. Textlich ist die A-Seite dieser Seite recht politisch, wobei das ganze letztlich auf ein klares Statement rausläuft: Man möchte lieber der ?Stachel in eurem Arsch, der euch gerne Kummer macht? sein, also eben ein Punk und kein angepasster Spießer. Korrekte Aussage einer Band, die in den letzten Jahren genug Kritik einstecken musste. Die andere Seite dieser Single zeigt allerdings das andere Gesicht der Band: ?El Zecho? ist ein laut gegröltes Sauflied auf für mich unerträglichem Ballermann-Niveau ? ich bin mir dennoch sicher, dass das Bandpublikum so ein Lied beim Konzert gerne mitsingt. Für den fröhlichen Oi!-Punk von nebenan also eine amüsante Single, aber mehr halt nicht. (4) Klaus N. Frick
Via TKO bzw. Road To Ruin Europa erreicht mich die Split-7? der BLOOD STAINED KINGS mit den, man höre und staune, RADICTS aus New York City. Aber zu früh gefreut, letztere sind und bleiben tot, aber das ist halb so schlimm, denn zum einen gibt?s via TKO in Kürze einen Rerelease des ?Rebel Sound?-Albums, zum anderen steckt hinter ersterer Band Todd Radict. Unter der Obhut von Produzentenlegende Daniel Rey wurde das hymnische ?Ordinary man? eingespielt, und ich bin schon auf das Album gespannt: Klassischer Streetpunk mit mächtigem Chorgesang, aber ohne stumpfe Gröligkeit. Gut! (8) Joachim Hiller
Auf dem in Amsterdam ansässigen Label www.transformeddreams.com ist die 2-Song-7? von SPACE SIREN erschienen, einem Duo, bestehend aus zwei Ex-Mitgliedern der aufgelösten Formation SEESAW. Und auch wenn man den Holländern ja gerne eine gewisse Germanophobie nachsagt, so gibt?s hier dazu keinen Anlass: ?Lullaby? von der einen A-Seite ist eine Hommage an (explizit so benannnte) ?Krimi?-Musik, und auf der zweiten A-Seite findet sich eine dreamy Spacepop-Version des DAF-Klassikers ?Verschwende deine Jugend?, gesungen von der früheren SEESAW-Sängerin Astacat. (7) Joachim Hiller
Eine außergewöhnlich schnieke Split-Single gibt es von den SHAKIN NASTIES und den HATEPINKS. Dursichtiges weißes Vinyl, ein farbig bedruckter Einleger und davor eine schwarz bedruckte Folie, das alles zusammen ergibt einen hübschen Effekt, wenn man das ebenfalls farbige Etikett richtig platziert. Musikalisch gibt es je zweimal astreinen 77er Retropunk im Stile der BRIEFS. Auf www.relaxomatic.free.fr. Gut aufgenommen, gut aufgemacht, gute Sache. (8) kalle stille
Huch, hat Nina Hagen noch ein bisher unbekanntes Töchterchen in Düsseldorf? Wohl nicht, aber beim Anhören der Single ?Adrenalin? (Klartext Records) von SUPABOND kommen mir unausweichlich derlei Assoziationen. Stimmlich beschreitet Sängerin Suse nicht gänzlich andere Pfade als Frau Hagen. Ihre drei Herren Musiker gehen dagegen wesentlich tighter zu Werke, soll heißen, es wird schon ganz gut die Punk-Sau durchs Dorf gejagt. Das macht sich nicht zuletzt am TOXOPLASMA Cover von ?Ordinäre Liebe? fest. Auch die drei Eigenkompositionen bestechen durch großen 80er-Jahre-Bezug. Zum Glück klingt der Sound der EP so frisch und unverbraucht, dass man hier nicht von einer reinen Retro-Kapelle sprechen mag. Eine frische Band mit einer frischen Single, die Spaß und Lust auf Mehr macht. (7) Abel
Der Opener ?You?ll Never Walk Alone? der gleichnamigen 7? der STREET BRATS (Full Breach Kicks/Road To Ruin) aus Chicago beginnt mit einem Intro, dessen bedächtiges Gitarrengedudel einen an Hardrock à la GUNS?N?ROSES glauben lassen würde. Im Anschluss daran folgt jedoch schließlich die große Erleichterung in Form von insgesamt drei melodisch-mitreißenden ?Punk?-Rock-Songs, die dann doch eher angenehm an Bands wie z.B. AMERICAN HEARTBREAK erinnern. Power-Pop-Anleihen, die einerseits zur Eingängigkeit beitragen. Singalongs, die andererseits fast schon penetrant wirken ? vor allem in Momenten, in denen sich ständig wiederholende ?Oh Yeah!?-Chöre nicht aufhören wollen. Dies wirkt dann doch schon etwas pompös - simply to much. Sieht man jedoch mal von letztgenannter Unannehmlichkeit ab, so findet man mit den STREET BRATS eine gut produzierte Band vor, die sich über dem Durchschnitt bewegt und sich mit dieser Single somit 7 Punkte verdient hat. Alex Gräbeldinger
Aus Italien kommen die TRAGICZ und diese fünfköpfige Punkrock-Band macht ebensolchen in flottem Tempo, angereichert mit snotty Vocals und einer nicht zu überhörenden musikalischen Nähe zu den THE STITCHES und ähnlichen Vertretern dieses Genres. Die 7? ist auf Hate Records erschienen, und dort in der besonderen ?Music For Haters?-Serie. Das passt. Die Scheibe gibt es in klassisch schwarz und auch in Farbe, jeweils 300 Stück. Zugreifen? Ja. (8)
Chris Virgo
Einen sehr schicken Eindruck hinterlässt die Single ?Hit Me? (www.zmcrecords.com/Road to Ruin) der TEENAGE KINGS aus der Schweiz. Aber bei einem Cover mit einem 50er Jahre-Alien hätte ich musikalisch was anderes erwartet, nicht jedenfalls harten Rock der unseligen MOTÖRHEAD-Schule. Und so klingen die drei Herren dann auch, der Sänger geht als Aushilfs-Lemmy durch, die Band rockt, rockt und rockt, dafür kann man mit Fug und Recht behaupten, dass hier sehr ungestüm und mit ordentlichen Tempo in den Hintern getreten wird. Wie auch immer, die drei Songs reichen erstmal, denn sonderlich spektakulär ist das ganze natürlich nicht. (6) Chris Virgo
Wie kann es sein, dass eine so begnadete Band wie THE UNCURBED FAMILY mir erst jetzt unterkommt? Die Schweden sind hier mit zwei Songs feinsten Crusts vertreten, der ganz klar in der Oberliga spielt. Hochgeschwindigkeitsgebolze ohne Blastbeats mit zwei Sängern wie es vielleicht noch SKITSYSTEM und WOLFBRIGADE betreiben, Texte über die Punk-Community. ?We are punks, still marching on, we are drunks, still party on.? Das hört sich doch nach einer vernünftigen Weltanschauung an. Die stimmt auch bei MY COLD EMBRACE aus Kassel, die auf der Rückseite zu hören sind. Hier zwei aus ihrem aktuellen Longplayer ?Katharsis? ausgekoppelte Tracks, die im Vergleich zur restlichen LP eher Hardcore sind, wobei eine dezente Metalkante nicht zu verleugnen ist. Politisch sind?s auch Gute, klare Statements gegen Krieg, Faschismus und Amerikanische Weltherrschaft. Recht so, aber bei einem Label wie www.Power-it-up.de auch nicht anders zu erwarten. (9)
Dr. Oliver Fröhlich
Erster Gedanke: Oh nein, was hab ich falsch gemacht im Leben? Warum schickt man mir eine VOLXSTURM-Single? Besser gesagt, eine Split von VOLXSTURM und ULTIMO ASALTO. Ich gebe zu, ich hatte Vorurteile gegenüber VOLXSTURM. Die rührten zum Teil daher, dass ich mir deren Debütalbum ?Oi! Is Fun? aus Versehen mal gekauft hatte. Mit ?Tote Fische? ist dann auch ein Titel von eben jenem Album auf der VOLXSTURM-Seite der Split zu finden. Und ich muss zugeben, obwohl der Song beim Hören des Albums einst noch irgendwie unterging, ohne einen bleibenden Eindruck bei mir zu hinterlassen, gefällt er mir jetzt sogar ganz gut. Vielleicht weil ich Schlimmeres erwartet hatte. Der zweite Titel ?Punkrock-Show? lässt sich auch ganz gut hören, bin also durchweg positiv überrascht. Trotzdem gefällt mir die Seite der spanischen - Verzeihung, katalanischen - ULTIMO ASALTO wesentlich besser, aber das ist wohl Geschmacksache und hat mehr mit meiner generellen Abneigung gegenüber deutschsprachige Bands zu tun. ULTIMO ASALTO gehören eindeutig zu den besseren Oi!-Bands ihres Landes, und die beiden Titel auf dieser Split ?Forever? und ?El vostre odi? bestätigen das nur wieder einmal. Beide Bands haben sich übrigens löblicherweise die Mühe gemacht, ihre Texte in drei Sprachen, also Deutsch, Englisch und Spanisch beziehungsweise Katalanisch abzudrucken. Claudia Luck
|