Das neue Jahr ist ein Arschloch.Warum? Es fängt wieder mal mit meinem Geburtstag an.
Dabei hatte ich doch eigentlich schon mit fünfzehn beschlossen, nicht mehr älter zu werden. Scheiße, Mann, wenn ihr das hier lest, bin ich schon kein Teenager mehr. Teenagerzeit ... das waren für mich früher immer die Jahre, in denen sich das Leben abspielt. Jetzt sind sie vorbei und das Leben geht weiter. Die Welt verändert sich nicht großartig, wenn man erwachsen wird - die Sicht wird nur klarer, zumindest wenn "erwachsen" nicht "hirngewaschen" bedeutet. Eine klarere Sicht lässt die Welt allerdings nicht wirklich besser erscheinen, sondern eher schlechter. Wesentlich schlechter sogar. Alles, was ich mit vierzehn schon beschissen fand, erwies sich mit zunehmendem Verständnis der Welt als wirklich beschissen, als ich nach und nach herausfand (und immer noch herausfinde), warum eben manche Dinge so beschissen sind. Deshalb hoffe ich, dass ihr alle die letzten beiden Kolumnen des Ox-Chefs gelesen habt, denn ich kann allem, was er geschrieben hat, im Grunde nur zustimmen. Allerdings setze ich noch einen drauf: Die großen Probleme dieser Welt - Armut, Umweltzerstörung, soziale Ungerechtigkeit und wie sie alle heißen - lassen sich nüchtern betrachtet alle auf ein einziges, kaum überwindbares Grundproblem reduzieren: den globalisierten Kapitalismus. Schon mal Imperialismustheorien gelesen? Na also. Aber was gibt es schon für Alternativen? Kommunismus? Anarchie? Viel Spaß bei der Weltrevolution. Ich würde sogar sagen, dass eine bessere Welt allein schon nicht möglich ist, weil sich das Schlechte gegenüber dem Guten immer durchsetzt. "Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf." Mit ehrlichen und fairen Methoden hat man in Sachen Propaganda einfach keine Chance, wenn der andere immer unter die Gürtellinie schlägt. Das bestätigt sich allein schon in dem Phänomen, dass gerade die "Bösen" in Krisenzeiten immer mehr Auftrieb kriegen, als die, die ehrliche und gute Absichten haben. Und sobald man sich selbst die Hände schmutzig macht, hat man schon fast die Seiten gewechselt. Freut euch also auf die Zukunft, Freunde! Wir sehen uns auf der Überwachungsliste. Einige von euch werden sich jetzt bestimmt fragen, warum ich nicht einfach mal die Ohren anlege und die Fresse halte, wenn ich so pessimistisch denke. Aber darauf antworte ich einfach mal mit einem Zitat aus einem Lied von MINOR THREAT: "You tell me that I make no difference /At least I'm fucking trying! / What the fuck have you done?!" Schlaft gut und träumt was Schönes! Tobias Weber (www.tobias_weber@onlinehome.de)
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