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Harry - ein Held? Prinz Harry - mein Held!

Ich als selbst ernannter Boulevard-Journalist, Society-Reporter und Adelsexperte - ohne Zweifel die drei definitiv wichtigsten Tätigkeitsfelder der Moderne - bin positiv überrascht, wie sich unser Prinz Harry entwickelt hat.

War er einst ein verzogenes Balg, das nicht genug von Frauen, Alkohol und Partys bekam, ist er nun durch seinen mutigen und tapferen Einsatz im Krieg, im Schlachtzug - ach, was - im Kreuzzug gegen Andersgläubige dabei, in die Geschichtsbücher einzugehen. So bin ich letztens beim Stöbern in einer großen, viel zu einflussreichen deutschen Tageszeitung - die "des kleinen Mannes", deren Name ein Synonym für "Gemälde" oder "Foto" ist, beziehungsweise, die sich auf "Kilt" reimt - auf einen Artikel über unseren jungen Helden gestoßen. Bisher dachte ich, der Adel sei nur ein veraltetes, tradiertes Schicksal für hässliche Menschen, damit sie sich gut und wichtig fühlen und komplett jeglichen Bezug zur Realität und Geld verlieren können. Doch der smarte Prinz, der in etwa so alt ist wie ich, belehrte mich eines Besseren. So ist Harry - korrekterweise Henry Charles Albert David Mountbatten-Windsor, mein Fehler, dass ich das nicht eingangs erwähnte! - dank seiner zehn Wochen Kampfeinsatz in Afghanistan heroisch ins Königreich der Briten zurückgekehrt.
Warum er ein Held ist? Weil er 30 Taliban kaputt gebombt hat. Genau! Er hat den Befehl gegeben, dass Düsenjets die Verbrecher aus der Luft großflächig bombardieren sollen. Scheiß auf Pazifismus, so definiere ich Heldentum! Staatsapplaus bitte! Einer von den ganz Großen! Wenn wir Glück haben, waren auch noch ein paar Unschuldige dabei. Der Kreuzzug des Christentums ist auch im 21. Jahrhundert noch lange nicht beendet, hurra! Selbst sein großer Bruder William sieht "Prince Henry Of Wales" als einen Edelmann an und ist tatsächlich eifersüchtig auf ihn, wie der junge Offizier in einem Interview erwähnte. Doch leider darf "Hero Harry" nun nicht mehr das Schloss verlassen, weil er sonst aus Rache kaputt gebombt werden könnte. Dabei geht er doch so gerne feiern. Was hinter dem ganzen Krieg steckt, ist nichts anderes, als ein Teufelskreis zwischen Ost und West, ein Kampf um nichts, nämlich um religiöse Macht.
Dieser Kampf wird wahrscheinlich noch Jahrhunderte weitergehen und vielleicht darf Deutschland demnächst auch mal ein paar Andersgläubige mit viel militärischem Tamtam plätten, vielleicht sogar Deutschlands verkümmerter Adel, der noch unnützer ist. Wenn wir Glück haben, können wir bald den tattrigen Ferfried "Foffy" von Hohenzollern oder die Olle von Thurn und Taxis schick mit Schmuck und Camouflage begutachten, sie als Kriegshelden feiern und nach 400 Jahren wieder stolz auf unseren Adel sein. Nee, eher nicht! Da fand ich den Harry immer unterhaltsamer. Vor allem, als er Partys in Nazi-Uniformen feierte oder an den Nippeln seiner Kumpel herumschlabberte. Das nenne ich mal Punkrock! Mit bester Empfehlung, Ihr sehr ergebener
Arndt Aldenhoven

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