KRIEGSDIENST VERWEIGERN? GANZ EINFACH! Weil heute Sonntag ist und ich gute Laune habe, erlaube ich es euch, das Gewissensblabla von meiner Verweigerung eurer Inspiration dienen zu lassen. Es ist euch selbstverständlich untersagt, den ganzen Text einfach abzuschreiben und damit eure eigene Gewissensprüfung zu umgehen!
"Mein Leben war schon immer durch Gewaltlosigkeit bestimmt. Wann immer es Konflikte gab, sei es in der Schule, zu Hause oder im Freundeskreis, war ich immer der ruhende Pol, der es stets gewohnt war, einer aufkeimenden aggressiven oder gewalttätigen Stimmung Einhalt zu gebieten und die Kontrahenten zu einer gewaltfreien Konfliktlösung zu bewegen. Ich habe Gewalt stets verabscheut und es verstanden, in jeder Situation eventuelle Aggressoren zu beruhigen und zum friedlichen Dialog zu bewegen. So habe ich aus dem einen oder anderen Angreifer nach einem Gespräch sogar einen Freund gewonnen, der sich obendrein von mir zum Pazifismus bekehren ließ. Sie sehen also, dass ich allen Grund habe, mich auf Gewaltlosigkeit zu berufen. Des weiteren bin ich ein Mensch, der grundsätzlich alle Geschöpfe dieser Erde liebt und selbst Fliegen einfängt und aus dem Haus bringt, anstatt sie kaltblütig zu erschlagen. Alle Lebewesen haben gleichermaßen ein Recht auf Leben und kein Vernunftwesen, wie der Mensch eines ist, darf sich anmaßen, über Leben und Tod eines anderen Lebewesens zu entscheiden. Aus diesem Grund ernähre ich mich übrigens ausschließlich vegan, also vollkommen frei von tierischen Produkten. Ich bin fest davon überzeugt, dass Gewalt grundsätzlich in keiner Situation als angemessener Lösungsweg überhaupt nur in Erwägung gezogen werden sollte. Als Soldat würde ich nicht taugen, da mir schon das Erlernen des Umgangs mit Tötungsinstrumenten größte seelische Qualen bereiten würde und ich mich im Zweifelsfall eher erschießen lassen würde, als mit dem Bewusstsein zu leben, einen Menschen getötet zu haben. Auch bin ich von klein auf sehr streng katholisch erzogen worden und nehme das Prinzip der Nächstenliebe sehr ernst und halte es für den wichtigsten Grundsatz menschlichen Zusammenlebens überhaupt. Da ich streng gläubig bin, halte ich mich auch sehr genau an die Zehn Gebote und sehe mich nicht dazu in der Lage, eines davon zu brechen, wie zum Beispiel das Gebot ?Du sollst nicht töten?. Auch dieses Gebot halte ich für sehr wichtig, da alle Menschen Brüder und Schwestern sind, denn Adam und Eva sind unser aller Vorfahren. Wenn diese Brüder und Schwestern gegeneinander in den Krieg ziehen, ist das eine Schande für die Menschheit und die christliche Glaubenslehre. Ein Krieg ist die höchste Ausübung von Gewalt und, wie jeder vernünftige Mensch anerkennen wird, erzeugt Gewalt immer nur Gegengewalt und zur heutigen Zeit kann ein zwischenstaatlicher Konflikt schnell in einen Atomkrieg münden, nach dem die Erde nie wieder so aussehen würde, wie sie von Gott geschaffen wurde. Gott will, dass die Menschen in Frieden zusammenleben, und nicht, dass sie sich wie wilde Tiere gegenseitig schlachten. Trotzdem war die Erde immer stets von Kriegen geplagt und insbesondere der Zweite Weltkrieg, mit dem ich mich in der Schule intensiv beschäftigt habe, ist für mich ein Beweis dafür, dass Gewalt in keinem Fall eine Lösung sein kann. Mein Großvater musste im zweiten Weltkrieg kämpfen und erlitt einen Ohrenschaden und einen Lungendurchschuss. Durch die Gespräche mit ihm wurde ich direkt mit dem Thema Krieg und Armee konfrontiert und habe begonnen, die Armee als solche abzulehnen. Auch in der jüngeren Vergangenheit hat es grausame Kriege gegeben, die teilweise als ?gerecht? und ?sauber? propagiert wurden und das genaue Gegenteil waren. Ich könnte es vor mir selbst nicht verantworten, Mitwirkender eines solchen Krieges zu sein. Auch als nicht an der Front kämpfender, im Hintergrund wirkender Soldat, beispielsweise als Sanitäter, würde ich den Krieg gegen mein Gewissen unterstützen. Außerdem ist eine Armee nun mal geschaffen, um Kriege zu führen, wie man es auch dreht und wendet. Das liegt in der Natur der Sache. In der Schule haben wir uns aber nicht nur mit dem Thema Krieg beschäftigt, sondern auch gelernt, dass Gewalt im allgemeinen verwerflich und stets zu vermeiden ist. Nun frage ich mich, warum man dies dreizehn Jahre lang gelernt hat, wenn einem unmittelbar danach in Form des Wehrdienstes das genaue Gegenteil vorgeführt wird. Des weiteren bin ich als deutscher Staatsbürger treuer Anhänger des Grundgesetzes und dieses besagt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist (Artikel 1, Absatz 1) und es die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt ist, diese zu schützen. Wenn man einen Menschen tötet, verletzt man dessen Würde, und wenn man das Töten erlernt, lernt man somit, die Würde eines Menschen zu verletzen. Deshalb hätte ich in diesem Fall das Gefühl, gegen das Grundgesetz zu handeln. Des weiteren haben wir uns in der Schule viel mit Ethik beschäftigt und besonders Kants Kategorischer Imperativ hat mich dazu bewegt, Krieg, den Wehrdienst und Armeen allgemein abzulehnen. Denn der Kategorische Imperativ besagt, dass man stets so handeln soll, dass das eigene Handeln als allgemeine Maxime aufgestellt werden kann. Wenn ich nun Wehrdienst leiste, unterstütze ich die Armee. Wenn ich die Armee unterstütze, unterstütze ich den Krieg. Und wenn ich den Krieg unterstütze, unterstütze ich das Töten von Menschen. Folglich stellte ich in diesem Fall die Maxime auf, dass jeder das Töten von Menschen unterstützen soll. Ich halte Gewalt für abscheulich, verwerflich und ein Zeichen von geistiger Armut. Meine ethisch-moralischen Wertvorstellungen, sowie mein christlich geprägtes Weltbild verbieten mir, den Dienst an der Waffe zu leisten und somit das Töten zu lernen. Aus den genannten Gründen sehe ich mich nicht in der Lage, Kriegsdienst zu leisten und deshalb möchte ich mich nochmals auf Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes ?Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden? berufen und den Kriegsdienst verweigern." Tobias Weber (tobias_weber@onlinehome.de)
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