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LIEBE HERR BOUFFIER!

Ich danke Ihnen, wenngleich etwas verspätet, für den überaus freundlichen Brief, den kurz vor der hessischen Landtagswahl im vergangenen Januar jeder "Jungwähler" im Kreis Gießen von Ihnen erhielt. Sie baten um Ideen, was man in Hessen alles verbessern und verändern könnte. "Ideenwettbewerb" sollte der Spaß heißen.

Mein erster Gedanke war: "Noch besser? Nach acht Jahren Roland Koch?" Aber ich besann mich eines Besseren und dachte nach. Kurz darauf meinte ich, die Lösung gefunden zu haben: Erliegen Sie, gemeinsam mit Roland Koch und Karin Wolff, doch einfach einer Herzattacke! Na, wenn ich dafür nicht den iPod Nano gewonnen hätte! Aber so etwas zu sagen, wäre gemein, nicht wahr?
Zum Glück hatte ich noch mehr Einfälle. Sie könnten beispielsweise einfach keine Zahnseide mehr benutzen! Dann bekämen Sie bald sehr zu meinem Vergnügen ekelhaften Zahnstein. Diesen wiederum könnten Sie sich beim Zahnarzt auf Kosten Ihrer privaten Krankenversicherung entfernen lassen und sich anschließend in die Puperze schmieren. Der Ausgang dieses Experiments würde mich wirklich interessieren. Des Weiteren könnten Sie sich auch freiwillig melden für den ersten bemannten Flug zum Mars. Oder kehren Sie einfach mal die Straße, schlagen Sie ihren Hund oder was auch immer Menschen wie Ihnen Spaß macht. Haben Sie sich eigentlich schon mal Pferdepornos angeschaut? Nein? Ich selbst würde wahrscheinlich kotzen, aber probieren Sie's doch einfach mal aus! Ist wahrscheinlich Geschmackssache. Sie könnten sich auch mal wieder gründlich rektal untersuchen lassen. Sie sind doch Minister des Inneren, oder etwa nicht? Oder vielleicht ziehen Sie einfach neben ein Atomkraftwerk. Irgendwer muss schließlich neben den Biestern wohnen. Und wenn's die Kakerlaken sind! Mein Bandproberaum müsste auch mal wieder aufgeräumt werden, aber ist in Ordnung, das mache ich selbst.
Zu guter Letzt beschloss ich, einfach gar keinen Tip abzugeben. Am Ende hätten Sie noch im Gegenzug meinen Computer über das Internet ausgespäht, was ich persönlich mir allerdings recht langweilig vorstelle. Stattdessen plante ich, was ich allerdings leider versäumte, Ihnen kurzerhand einen Hundehaufen zuzusenden. Ihren netten Brief hätte ich selbstverständlich dazugelegt, damit Sie auch gewusst hätten, worum es geht. Wahrscheinlich hätten Sie sich dann ins Fäustchen gelacht und DNA-Proben vom Hundehaufen nehmen lassen, um den Bösewicht zu gegebenem Zeitpunkt zu fassen, wenn Ihre Partei endlich die zentrale Speicherung der DNA aller Bundesbürger eingeführt hat. Wenn die Suche nach dem Missetäter auf diesem Wege keinen Erfolg gebracht hätte, hätten Sie wahrscheinlich nachgedacht und wären zu dem Schluss gekommen, das Stück Kacke müsse noch mal genauer untersucht werden. "Donnerkeil! Es war ein Hund!", hätten Sie danach wohl ausgerufen.
Tja, ich habe meine Chance verpasst. Aber vielleicht lesen Sie das hier ja und wenn Sie alle meine Ratschläge beherzigen, tragen auch Sie Ihren kleinen Teil dazu bei, die Welt ein kleines bisschen zu verbessern. Und genau das ist doch Ihr Ziel, oder? Schließlich sind Sie christdemokratischer Politiker.
Mit besten Grüßen: Tobias Weber

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