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LASST MEIN VOLK ZIEHEN!

Volly Tanner
Gedichte
Buch | Edition Paperone | www.teamofdestruction.de | 112 S., 9,50 Euro ||
Volly Tanner veröffentlicht schon seit einiger Zeit in schöner Regelmäßigkeit seine Bücher, schreibt unbeeindruckt von Moden und Trends seine Texte, kotzt sich unbeirrt weiter aus, hält durch. In "Lasst mein Volk ziehen!" müssen die leisen Töne der vergangenen Veröffentlichung wieder der Wut weichen, Wut über die (un-) sozialen Zustände und eine Politik die sich scheinbar um nichts mehr Gedanken macht. Als Vorwort muss der alte Lindenberg mit "Keine Staaten" herhalten und das gibt dann auch die Richtung vor, in die auf den folgenden Seiten gesegelt wird: Gedichte über Carlo Giuliani und Woody Guthrie, über Konsumterror und Verlierer, schwarz-rote Fahnen und die Freaks vom Kiez. Doch Volly mag noch so wütend sein, Gift und Galle spritzen oder mit dem Kopf auf dem Tresen liegen. Über allen Texten schwebt der gute olle Schimmer Hoffnung, das Wissen, dass es auch anders geht, man weitermachen muss, sich nicht klein kriegen lassen darf. "Verweigern wir uns/Freiheit ist/Seinen Bedürfnissen ebenbürtig/zu sein!" Tanners Sprache ist gewohnt bissig, auf den Punkt und ungeschminkt, Schöngeist machen die anderen, das hier ist Literatur von der Straße, Baby! (Und das ist, obwohl es verdammt nach Pathos klingt, hier absolut treffend...). So kann Herr Tanner meinetwegen noch ein paar Jahre weitermachen und über den letzten Satz "Rechts von mir gibt es keine Freunde" sollten sich einige mal ein paar Gedanken machen.
Alex Strucken

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