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Tony Fletcher Festgestellt - die Story von R.E.M. Buch | Bosworth | www.bosworth.de | 487 S., 19,95 Euro || Die Tony Fletcher Urfassung von "Remarks" stammt aus dem Jahr 1989 und wurde 2002 überarbeitet. Die deutsche Ausgabe enthält zusätzlich noch ein aktuelles Nachwort von Gerrit Bartels. Etwas gewöhnungsbedürftig waren für mich zu Beginn die ausführlichen Analysen der Alben und Videos. So interessiert mich eher am Rande wie viele Sterne ein Kritiker in einer welcher Musikzeitschrift vergeben hat. Interessanter zu lesen sind da die Hintergründe über den 80-Million-Dollar-Plattenvertrag (im übrigen haben R.E.M. immer dafür gesorgt, dass sie die Eigentumsrechte an ihren Masterbändern behalten), die politischen Aktivitäten neben der Musik oder die freundschaftliche Beziehungen zwischen Michael Stipe und Kurt Cobain. Nicht zuletzt die kritische Selbsteinschätzung der Band machen das Buch überaus lesenswert. R.E.M. sahen sich immer "als Außenseiterband, der es eine Weile gelungen war, groß rauszukommen." Dazu passt auch die gefühlte Seelenverwandtschaft zu Gruppen wie BLACK FLAG, Zitat Peter Buck aus dem Jahr 1984 "...ich meine, dass Amerika gerade jetzt die beste Musik seit langem vorweisen kann ... und ich finde, es ist eure verdammte Pflicht als Amerikaner, loszugehen und Platten von BLACK FLAG zu kaufen. Oder kauft unsere Platten; zum Teufel, das wird mir sicher nicht wehtun!" Im Nachwort werden R.E.M. folglich auch "nicht als handzahme Großrockband mit Kuschelhits für Millionen" beschrieben, "sondern sie verstehen es Alternative und Mainstream zeitgleich zu sein." Der Begriff Mainstream wird oft etwas verächtlich für den kulturellen Geschmack der großen Mehrheit verwendet. Dabei definiert Mainstream in der Rockmusik ursprünglich das, was es wörtlich übersetzt bedeutet, den Hauptstrom. In dem sich viele verschiedene Nebenarme (und Stile) vereinen. Aber das nur am Rande. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten wurde ich doch noch mit dem Buch warm und kann "Festgestellt - die Story von R.E.M." als solide Biographie empfehlen. Kay Werner