SABBATH BLOODY SABBATHJoel McIver Buch | Omnibus Press | www,omnibuspress.com | 394 S., ca. 20 Euro || Es gibt leichtere Aufgaben, als eine Biografie über eine Band zu schreiben, die seit mehr als dreißig Jahren im Geschäft ist. Joel McIver, der es anscheinend darauf anlegt, als Musikbiograf selbst in die Geschichte einzugehen, hat sich dennoch daran versucht, den Weg BLACK SABBATHs nachzuzeichnen. Nun war seine METALLICA-Biografie durchaus sehr lesenswert, sein "Lexikon" über den extremen Metal dagegen eine komplette Katastrophe, doch "Sabbath Bloody Sabbath" zum Glück ist ihm wieder gelungen. Anhand von zig selbst geführten Interviews (bei denen er beinahe alle Sabbath-Beteiligten vor sein Mikro bekam; Ozzy Osbourne aber nicht), viel Recherche in anderer Leute Texte (von hier stammen Ozzys köstliche Beiträge) und ausführlichen, gut in den Ablauf integrierten Rezensionen der Plattenveröffentlichungen erzählt McIver die BLACK SABBATH-Geschichte von den Prä-Sabbath-Tagen Mitte der Sechziger bis Anfang 2006 nach, seinen Fokus immer auf die Mitglieder der Originalbesetzung gerichtet: Iommi, Osbourne, Butler und Ward. Diese Hauptprotagonisten behält er auch während ihrer Non-Sabbath-Aktivitäten im Blick, wohingegen alle anderen (auch Ronnie James Dio) nur im Sabbath-Kontext Erwähnung finden. Eine nachvollziehbare Entscheidung, wäre das eh schon zu umfangreiche Buch doch sonst noch langatmiger geworden. Nicht nur, dass hier und da ein wenig Straffung dem Fluss des Buches gut getan hätte, die Jahre nach 1995 (in dem BLACK SABBATH ihr bis dato letztes Album "Forbidden" veröffentlichten), die im Grunde nur diverse Reunion-Touren und Resteverwertung aufwiesen, sind hier viel zu breit dokumentiert. Vor allem das sicherlich zwar interessante und zum Teil recht witzige Privatleben des Ozzy Osbourne (hier viel zu präsent: die MTV-Dokusoap "The Osbournes") muss in einer Band-Biografie nicht so ausführlich behandelt werden. Davon abgesehen liest sich "Sabbath Bloody Sabbath" gut, ist McIver die Kombination von allseits bekannten Informationen mit den vielen persönlichen Aussagen und Anekdoten der Beteiligten gelungen. (Warum wir das Buch allerdings gut ein Jahr nach Erscheinen zum Besprechen bekamen, weiß ich nicht, eine deutsche Übersetzung scheint (noch) nicht geplant zu sein.). André Bohnensack
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