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John M.Borack, Buch, Not Lame Recording Company, www.notlame.com

In diesem 200-seitigem Buch wird anfangs von amerikanischen Musikjournalisten darüber gefachsimpelt, was Power Pop ist und was nicht. Dank Myspace wird dieser Begriff heute ja schon inflationär verwendet. Die meisten der Schreiber kommen zu dem Schluss, dass es eine müßige Frage ist, da Power Pop nicht eine Subkultur wie etwa Punk und Mod ist, sondern einfach ein Musik-Subgenre. Mit ein paar wenigen Ausnahmen (CHEAP TRICK, THE KNACK, TEENAGE FANCLUB beispielsweise) ist die Bezeichnung Power Pop eigentlich irreführend, denn Pop kommt bekanntlich von "popular". Power Pop war aber niemals wirklich "populär", eher "indie" oder "underground". Dass viele heute sogenannte Power Pop Bands auch kaum Power, sprich Hooks haben, ist dann der doppelte Widerspruch.
Pete Townshend benutzte den Begriff zum ersten Mal in den Sechzigern, um den Sound seiner Band zu beschreiben. Unter Powerpop verstand Greg Shaw, der den Begriff durch eine mit "Powerpop" betitelte Ausgabe seines "Bomp!" Fanzines 1978 geprägt hat, die Melodien der British Invasion-Bands, gekoppelt mit der Energie der damaligen Punkbands. Bei der ausführlich kommentierten "The 200 Greatest Power Pop Albums" Liste, die den Großteil des Buches ausmacht, vermisst man die ein oder andere Nennung, wie zum Beispiel REAL KIDS, POINTED STICKS, TEENAGE HEAD, einige europäische und australische Bands und einige 79er UK Mod Revival-Bands, aber letztendlich sind solche Listen ja immer subjektiv. Hier liegt der Schwerpunkt mehr auf vom Merseybeat beeinflussten Bands als auf den punky Powerpop-Bands. Die ersten Plätze sind belegt mit Bands wie RASPBERRIES, BADFINGER, BIG STAR, THE SHOES et al. Die YUM YUMS liegen dagegen zum Beispiel auf Platz 179.
Bomp! Records-Gründer Greg Shaw wird in der "History of Power Pop" einige Male zitiert. Desweiteren finden sich hier eine Reihe persönlicher Top Tens von bekannten Powerpop Musikern als auch eine Liste mit Power Pop-Compilations, -Labels, -Festivals und -Radio Shows. David Bash von "International Pop Overthrow" erzählt einige Anekdoten zu Bands, die auf seinem Festival gespielt haben, und so weiter und sofort. Carl Cafarelli bringt am Ende seiner "History of Power Pop" mit Referenzen an drei in diesem Kontext wichtigen Bands ganz gut auf den Punkt, was vom ursprünglichen Power Pop über die Jahre geblieben ist: "...an ever-changing (music) world allows some things to remain constant: December boys still got it bad, tonight is still thee night, and kids are still alright." Das Buch kommt zusammen mit einer Power Pop Rarities-CD, die das Niveau der hervorragenden "Yellow Pills"-Compilations aber leider nicht halten kann.
Matt Henrichmann

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