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Antonio José Ponte, Buch | Verlag Antje Kunstmann | www.kunstmann.de | 240 S., 19,90 Euro
Antonio José Ponte lebt im Exil in Spanien. Er hat Kuba verlassen und nach der Lektüre des dokumentarischen und autobiographischen Romans versteht man auch, warum er nicht mehr in Havanna leben kann. In der einfühlsamen Übersetzung aus dem kubanischen Spanisch von Sabine Giersberg trifft der Leser nicht nur auf einen Autor, der den Charme einer desolaten Stadt - Havanna - zu beschreiben weiss, sondern auch auf eine treffende Analyse der gegenwärtigen Zustände in Kuba. Dabei spricht die Liebe zu den "verlorenen Ruinen" seines Havannas und seiner Bewohner durch jeden der Sätze des Exilanten. Dass er nebenbei die politischen Verhältnisse kritisiert, die Folterpraxis thematisiert und Analogien zur ehemaligen DDR mit ihrem internen Spitzel- und Spionagesystem zieht, macht den Band überraschend aktuell und auch für die deutsch-deutsche Geschichte interessant. Gut geschrieben, interessante Thematik, sehr unterhaltsam - so geht gute Literatur. Thomas Neumann