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SANTA SUZANA

Gerry Esser, Buch | Terror Media

Die Idee zu "Santa Suzana" kam Gerry Esser im Jahre 2003, als er seinen ersten Rentenbescheid öffnete. Dicke Kohle musste her. Warum es also nicht mal in der hochprofitablen Literaturszene probieren, nachdem seine Ambitionen als Punkrockbassist (u.a. bei COLOGNE CITY ROCKERS, MORONS, AMY BEACH), Surflehrer, Kellner oder Lichttechniker nicht den nötigen Profit abwerfen konnten? Und dann setzte er sich an seine Reiseschreibmaschine und tippte drauf los. Und er schrieb über das, wovon er am meisten verstand: Surf, Punk, Portugal und Verbrechen. Heraus kam ein echter Surfpunkkrimi, der offenbar leichte autobiographische Züge zeigt, oder jedenfalls viele von Gerrys Erfahrungen an den schönsten Surfspots des Atlantiks, vornehmlich an der Algarve, Revue passieren lässt. Wer jemals kleine Surferkäffer wie Carrapateira, Odeicxe oder Sagres bereist hat, kann das Buch als Reisebericht der anderen Art betrachten. Die Eckpunkte der Handlung: Peter Schnabel, Punkrocker, arbeitsloser Koch und Surfer ist Mitte dreißig und in seinem altersschwachen VW-Bus auf der Reise nach Portugal. Nachdem er in Frankreich eine merkwürdige Anhalterin mitgenommen hat, gerät er in einen immer abstruseren Strudel von Alkohol, Drogen, Sex und Industriespionage, der sein Epizentrum in der Bar "Santa Suzana" findet. Der Roman ist so spannend wie witzig geschrieben, manche der Annekdoten um gestohlene CD-Sammlungen, zerbrochene Surfboards oder abgerissene Ohren mögen etwas dramatisert dargestellt sein, aber sie tragen zum Ambiente eines harten, modernen Kriminalromans bei, der mit seinen Bezügen zur Surf/Punk-Szene in dieser Form eine Ausnahmestellung auf dem deutschen Literaturmarkt hat. Verkaufspotential gibt es genug, und Gerry kann mit diesem Werk auf deutlich dickere Rentenbescheide als den von 2003 hoffen!
Gereon Helmer

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