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Evan Horne ist eigentlich Jazzpianist. Bei einem Autounfall wird seine rechte Solohand verletzt und er kann nicht mehr spielen. Um über den - temporären - Verlust des Musizierens hinwegzukommen, schreibt er als Musikjournalist und recherchiert für einen ehemaligen Bandkollegen. Dieser wird mit kompromittierenden Photos erpresst und soll eine halbe Million Dollar für die Photos zahlen - wie ein Countrystar, der ebenfalls auf den Bildern zu sehen ist und mit dem zusammen er gerade ein Album aufgenommen hat. Dass es dabei eigentlich gar nicht um eine Erpressung geht, Betrügereien bei den Abrechnungen der Tantiemen aus Tonträgerverkäufen wichtig werden und warum einer der größten Plattenbosse in LA Evan Horne um einen Gefallen bittet, diese verschiedenen Handlungsstränge verbindet Moody ebenso geschickt wie Evan Horne am Piano über Green Dolphin Street improvisieren würde. Immer wieder wählt Horne eine seiner Scheiben aus seiner Jazzsammlung, um nachzudenken. Die Diskographie spiegelt die Klassiker des Genres und wenn man ein Album als Soundtrack für das Buch wählen müsste, wäre es sicherlich Bill Evans "Portrait In Jazz". Mit einem Interview und einem interessanten Essay über "Jazz und Literatur" verabschiedet sich Moody in einem kleinen Anhang am Ende des Buches von dem Leser. Bis zum nächsten Mal - denn es gibt kaum einen Autor der so lässig über Jazz schreiben kann. Dringende Leseempfehlung! Thomas Neumann