TATTOO IN JAPANTraditional And Modern Styles Manami Okazaki, Buch | Edition Reuss | www.tattoo-in-japan.com | 320 S., 89 Euro
Na, den ersten Schock überwunden? Ja, 89 Euro sind eine Menge Geld für ein Buch, aber jeder, der sich für Tätowierungen im japanischen Stil interessiert, gar selbst welche trägt oder darüber nachdenkt, sollte den Erwerb dieses essentiellen, drei Kilo schweren Wälzers erwägen. Die Journalistin Manami Okazaki wurde in Australien geboren, zog 2002 nach Japan und machte sich mit vier verschiedenen Fotografen an die Mammtaufgabe, in allen Regionen Japans sowohl traditionelle wie aktuelle Tätowierkunst zu dokumentieren. Das Ergebnis ist dieses beeindruckende Buch, das mit wirklich erstklassigen Fotografien und in exzellenter Druckqualität Okazakis Recherchen dokumentiert. Man muss dem Tätowieren schon aus ganz grundsätzlichen Gründen völlig ablehnend gegenüber stehen, um angesichts der eigentlich durchweg exzellenten Tattoos nicht in Staunen (und auch Neid auf die Träger jener Hautbilder) zu verfallen. Der Schwerpunkt des Buches liegt ganz klar auf großformatigen Motiven, die den gesamten Oberkörper oder Rücken, oft auch die Beine und Arme bedecken - die Arbeit von Jahren, extrem detailreiche, handwerklich bestens ausgeführte Bilder. Und wie der Untertitel es bereits andeutet, wurden sowohl klassische, traditionelle Themen wie auch moderne, von der Pop- und Rockkultur beeinflusste berücksichtigt - wer sich allein für klassische Yakuza-Motive interessiert, wird hier nur am Rande bedient. Zu jedem der berücksichtigten Studios und Tätowierer gibt es Infos auf Englisch und Deutsch, ebenso finden sich im Anhang für jedes Foto Infos zum ausführenden Tätowierer, und einleitend gibt es kurze Ausführungen zu wiederkehrenden Motiven und der japanischen Tattookunst an sich - ein rundum liebevoll gemachtes Buch. Joachim Hiller
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