THE STORY OF CRASSGeorge Berger | Omnibus Press | www.omnibuspress.com | 296 S., $19.95
Mag ja sein, dass die SEX PISTOLS, THE CLASH und THE EXLOITED heute weltweit allgegenwärtige Punk-Markenzeichen sind, unzählige Kidpunks ihr T-Shirts tragen, doch inhaltlich haben diese Bands, um es überspitzt und polemisch auszudrücken, eher wenig hinterlassen. Ganz anders war das bei CRASS, die anarchistische Einstellung, den Willen zum selbstbestimmten Leben, die Bereitschaft zum teils auch militanten Widerstand wirklich lebten und anders als die Musiker der oben erwähnten Bands nie zu Punk-Rockstars wurden, sondern im Gegenteil bis heute einem "alternativen" Lebensstil anhängen. Entsprechend findet man ihre T-Shirts nicht in den Shopping Malls in aller Welt, sind ihre Platten immer noch Geheimtips für Wissende, auf die man in der Regel nur bei eingehender, nicht oberflächlicher Beschäftigung mit Punk stößt. Entsprechend mager war bislang auch die Literatursituaton in Sachen CRASS. Klar, vor Jahren erschien mit "Shibboleth- My Revolting Life" (auch auf Deutsch) die unbedingt lesenswerte Autobiographie von Drummer Penny Rimbaud, aber ansonsten gab es im Gegensatz zu den oben erwähnten Bands bislang kein Buch über CRASS. Der britische Journalist George Berger hat diese Aufgabe übernommen, und dabei herausgekommen ist ein Buch, das sicher auch kritisiert werden wird (wie jede Veröffentlichung zu einem Thema, das sehr emotional oder politisch besetzt ist), das aber eine hinreichend genaue Darstellung der wichtigsten englischen Anarcho-Punk-Band leistet, ihren Kontext beschreibt und die ehemaligen Bandmitglieder in Zitaten auch selbst zu Wort kommen lässt. Unbedingt lesenswert, nur der englischen Sprache sollte man schon mächtig sein. Joachim Hiller
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