THE DRILLER KILLER
USA 1979. R: Abel Ferrara. D: Abel Ferrara, Carolyn Marz, Baybi Day u.a. 96 Min. www.cultepics.com.
Abel Ferrara, man hasst den New Yorker oder liebt ihn, wobei das auch durchaus von Film zu Film verschieden sein kann, denn seine letzten beiden Filme 'R XMAS (2001) und NEW ROSE HOTEL (1998) waren doch eher mal eine Zumutung und vor allem tödlich langweilig. Vielleicht liegt es daran, dass ihm sein brillanter Drehbuchautor Nicholas St. John abhanden gekommen ist. Ferrara gab seinen Einstand 1976 mit dem surrealen Porno NINE LIVES OF A WET PUSSY, zwei Jahre später folgte dann DRILLER KILLER (cultepics.com) ? beide unter Mitwirkung von Nicholas St. John ?, in dem Ferrara unter dem Pseudonym Jimmy Laine den Künstler Reno Miller spielt, der in seiner New York City-Behausung einen Haufen unbezahlten Rechnungen vor sich hat, was seine Malblockade nicht gerade verbessert. Als dann auch noch eine Punkband in der Wohnung nebenan einzieht, dreht Reno durch und macht mit der Bohrmaschine die Straßen New Yorks unsicher. Konzipiert als billiger Exploitation-Film mit Punk-Attitüde von ein paar Kunststudenten, entwickelte sich DRILLER KILLER zu einem berühmt-berüchtigten Kultfilm, zumal er in einigen Ländern auf dem Index landete. Erst Jahre später, als Ferrara als ernsthafter Regisseur anerkannt wurde, erschien auch sein Frühwerk in einem ganz neuen Licht, zumal sein Reno Miller durchaus Ähnlichkeit mit Travis Bickle aufwies. Allerdings war DRILLER KILLER sowieso nie ein ernst gemeinter Splatterfilm, dafür waren die Effekte auch viel zu entspektakulär, es war das Bild von New York, das Ferrara zeichnete, dieser urbane Albtraum, der unweigerlich in den Wahnsinn führen musste, und für die schmuddelige und sleazige Atmosphäre des Films verantwortlich war. In den Staaten ist endlich mal eine definitive Fassung des Films als Doppel-DVD erschienen, in Widescreen, mit dem recht wirren Audiokommentar (gut, den gab es auch schon auf anderen DVDs) und dem Trailer. Der eigentliche Leckerbissen sind allerdings die bisher unveröffentlichten Kurzfilme Ferraras, plus ein Trailer für NINE LIVES OF A WET PUSSY, der wohl eine Szene enthält, die aus dem fertigen Film entfernt wurde.
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