L'AMOUR
Deutschland/Schweiz/Frankreich 2000. R: Philip Gröning. D: Sabine Timoteo, Florian Stetter, Michael Schech u.a. 137 Min. Epix.
Auch schon vier Jahre auf dem Buckel hat Philip Grönings (DIE TERRORISTEN) L'AMOUR (Epix), ein mit zwei Stunden etwas überlanges Roadmovie, in dem eine Teenie-Nutte und ein Berliner Slacker-Typ in existentialistischer französischer Zweisamkeit schwelgen. Gröning versucht mit viel Handkamera authentische Unmittelbarkeit zu erzeugen, gleichzeitig ist das auch ein Wink mit dem Zaunpfahl, was den Kunstfilmcharakter seines Werks angeht. Das Ergebnis ist durchwachsen, da es inhaltlich mal wieder um nichts geht, denn die Odyssey der beiden Hauptfiguren auf dem Weg ins Glück scheint willkürlich und unmotiviert, und die Psychoattacken und Selbstzweifel von Marie (Sabine Timoteo) unglaubwürdig, und wie vieles in dem Film eher mal nervtötend. Dennoch ein interessantes Experiment, bei dem es schwer fällt, einfach so abzuschalten, zumal Gröning mutiger und experimenteller vorgeht als viele seiner deutschen Kollegen. Unterlegt ist L'AMOUR mit der Musik von Can, Calexico, Yo La Tengo und ein wenig zu viel Velvet Underground, was schon mal grundsätzlich für Grönings guten Geschmack spricht. Durchaus sehenswert, allerdings würde ich mich mit Wertungen wie "brillant" doch eher zurückhalten.
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