LOVE BITES
Frankreich 2001. R: Antoine de Caunes. D: Guillaume Canet, Asia Argento, Gérard Lanvin u.a. 95 Min. Splendid.
Frankreich gilt ja als Land der Filmkunst, was nicht heißt, dass da nicht auch mal netter Trash produziert wird, allerdings Trash, der immer verdammt gut aussieht. Antoine de Caunes' Film LOVE BITES (Splendid) von 2001 ist so ein Fall. Ein seltsamer Vampir/Großstadt-Thriller, der quasi die Nacht zum Tage macht. Guillaume Canet spielt darin einen permanent vor der Pleite stehenden Sozialparasiten, der versucht, sich umsonst in die angesagten Clubs des Nachtlebens zu schmuggeln, wozu er dann auch schon mal das Auto des Türstehers abfackeln muss. Bis er das Interesse eines geheimnisvollen Herren erregt, für den er den noch mysteriöseren Jordan Charlier aufspüren soll, der zusammen mit seiner Schwester Violaine Charlier den Typus moderner Großstadtvampir verkörpert. Der vermeintlich unschuldige Antoine verfällt dabei der unwiderstehlichen Violaine (kein Wunder, wird sie doch von Asia Argento gespielt) und gerät dabei in den bekannten Strudel von was auch immer ? Gewalt und Sex eben, man kennt das ja. Wobei man aufgrund der FSK 16 nicht allzu viel erwarten darf. Die inzwischen zum Kult gewordene Vampir-Romantik von Anne Rice und Jean Rollins pulpiger Surrealismus erfahren hier ein gut poliertes Clubber-Update, denn wo sonst halten sich heutzutage schon schöne Menschen auf, wenn nicht in einem schicken Nachtclub ? und das gilt auch für Vampire. LOVE BITES (im Original LES MORSURES DE L'AUBE) ist ein durchaus kurweiliges, schwarzhumoriges Vergnügen, bei dem man sich allerdings am Ende ganz schön irritiert am Kopf kratzen muss, da man das Gefühl nicht los wird, beim Drehbuch wäre irgendwas vergessen worden, nämlich ein sinnmachender Schluss. Ist ja schön und gut, den Zuschauer darüber im Unklaren zu lassen, ob das Geschwisterpärchen jetzt Vampire sind oder nicht, aber diese kryptische Geheimnistuerei schadet dem Film eher, als er ihm nutzt. Insgesamt etwas unbefriedigend das Ganze, wobei immer Leben in die Bude kommt, sobald Asia Argento aufkreuzt, was für meinen Geschmack leider viel zu selten passiert.
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