Wer das Ox bis zum 31. Januar 2009 neu abonniert, wer ein Abo verschenkt oder als Ox-Abonnent einen neuen Abonnenten wirbt, der bekommt von uns das Ox-T-Shirt (weißer Ox-Skull auf schwarzem Stoff) geschenkt! Mehr lesen ...
UK 2001. R: Don Boyd. D: Richard Harris, Lynn Redgrave, Tom Bell u.a. 117 Min. e-m-s.
Der englische Gangsterfilm hat ja in letzter Zeit eine kleine Renaissance erlebt. In MY KINGDOM (e-m-s) von 2001 ist die Grundlage dafür allerdings der gute alte Shakespeare, genauer gesagt dessen Stück "König Lear". Richard Harris ist darin als Gangsterboss im heutigen Liverpool zu sehen, der nach dem Tod seiner Frau mitansehen muss, wie sich seine Familie gegen ihn verschwört und sein hübsches Imperium auseinander bricht. Don Boyds (Produzent von THE GREAT ROCK'N'ROLL SWINDLE und SCUM) Film ist dabei durchaus eine Verbeugung vor Filmen wie GET CARTER oder THE LONG GOOD FRIDAY, wird aber dennoch von der Tragik der Welt Shakespeares dominiert. Harris, der im Oktober 2002 verstarb, hält den Film durch seine Performance zusammen, der ganz gut anfängt, aber rapide an Spannung verliert. Während Michael Caine in SHINER die Tragik seiner Figur wirklich vermitteln kann, scheucht Boyd Harris durch ein nicht wirklich überzeugendes Drehbuch, in dem sich die Motive Shakespeares und die des klassischen Gangsterfilms nie wirklich verbinden. Es bleibt bei einem interessanten Versuch, der letztendlich unbefriedigend wirkt, und auch nicht die psychopathische Gewalt von SEXY BEAST und GANGSTER NO. 1 aufweisen kann, genauso wenig wie die visuelle Raffinesse eines Guy Ritchie.