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SCHARFE KURVEN FÜR MADAME

SCHARFE KURVEN FÜR MADAME


Frankreich 1966. R: Jacques Besnard. D: Louis de Funès, Bernard Blier, Maria-Rosa Rodriguez u.a. 82 Min. Universum.

Denkt man an französische Komödienstars, fällt unweigerlich ein Name: Louis de Funès. Der kleine, nervös zappelnde, hyperaktive Choleriker hat wohl wie kein anderer die französischen Lustspiele der 60er und 70er geprägt. De Funès' Witz war sicherlich nicht der intellektuellste, aber dennoch eine effektive Mischung aus Verbal- und Situations-Komik. Unvergessen ist natürlich die Gendarme-Reihe, ebenso wie die Fantômas-Filme, in denen De Funès aber nie so extrem im Mittelpunkt stand. In Deutschland wurde De Funès wie so viele seiner Komiker-Kollegen allerdings das Opfer übermäßig kreativer Filmverleiher und Synchronstudios, weshalb gerade die Titel der Filme, ebenso wie ein Großteil der Dialoge in recht freizügiger Form ins Deutsche übersetzt wurden. Im schlimmsten Falle handelt es sich um reine Phantasieprodukte, in denen den französischen Darsteller Dinge in den Mund gelegt wurden, die nicht im entferntesten mit dem Originaldialog übereinstimmten. Was leider auch das Problem der gerade von Universum veröffentlichten De Funès-DVDs ist, denn man hat sich dabei nicht die Mühe gemacht, die durchaus amüsanten Verfehlungen der alten deutschen Synchros zumindest bei der Untertitelung der Originalfassung wieder gerade zu biegen ? kann man vielleicht in diesem Preissegment auch nicht unbedingt erwarten. Insofern macht es kaum Sinn sich die französische Fassung anzuschauen, wenn man nicht gerade über exzellente französische Sprachkenntnisse verfügt. Bei Jacques Besnards LE GRAND RESTAURANT aus dem Jahr 1966 schüttelt man schon beim Titel den Kopf, der SCHARFE KURVEN FÜR MADAME lautet, was allerdings harmlos im Vergleich zum Videotitel OSCAR HAT DIE HOSEN VOLL ist, nicht der einzige Film, der mit einem unsinnigen "Oscar"-Titel versehen wurde. LE GRAND RESTAURANT ist natürlich auch etwas unspektakulär, aber bezeichnet den anfänglichen Schauplatz des Films. Louis de Funès spielt Monsieur Septime, einen unausstehlichen Restaurantbesitzer, der sein Personal schikaniert. Als unerwartet in seinem Lokal der Präsident eines lateinamerikanischen Staates einfach so verschwindet, kommt Septime in Erklärungsnotstand und wird gezwungen, sich selbst auf die Suche nach dem Staatsoberhaupt zu machen, dummerweise ist er dabei nicht allein. LE GRAND RESTAURANT besetzt definitiv einen der oberen Plätze in der Filmographie von De Funès, der hier die gesamte Bandbreite seines Könnens zeigt. Oscar, der in der Inhaltsangabe auf der alten Videokassetten-Hülle auch diesen Namen trägt, hat übrigens deshalb die Hosen voll, weil er dabei auch noch das Opfer von Terroristen wird, womit man elegant den bescheuerten Titel erklärt hätte. An der Seite von Oscar, äh, De Funès spielt der großartige Bernard Blier.

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 20.09.2004 Thomas Kerpen
 
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