Wer das Ox bis zum 31. Januar 2009 neu abonniert, wer ein Abo verschenkt oder als Ox-Abonnent einen neuen Abonnenten wirbt, der bekommt von uns das Ox-T-Shirt (weißer Ox-Skull auf schwarzem Stoff) geschenkt! Mehr lesen ...
Frankreich 1973. R: Claude Faraldo. D: Michel Piccoli, Béatrice Romand, Coluche u.a. 110 Min. Epix.
Claude Faraldos THEMROC (Epix) dürfte neben Marco Ferreris LA GRANDE BOUFFE einer der französischen Kultfilme der frühen 70er sein ? in beiden spielt Michel Piccoli die Hauptrolle. Noch geprägt von den 68er-Unruhen zimmert sich Faraldo hier eine seltsame Gesellschaftssatire zusammen, die mehr skurril als wirklich lustig ist. Nachdem er seinen Chef beim Rumfummeln an seiner Sekretärin beobachtet hat, wird der kleine Arbeiter Themroc (Piccoli) entlassen. In einer Kurzschlussreaktion mauert er einen Raum seiner Wohnung zu und durchbricht die Rückwand des Hauses, um fortan wie ein Höhlenmensch darin zu leben. Einige Nachbarn folgen seinem Beispiel, und die Polizei kann dem komischen Treiben auch keinen Einhalt bieten. Faraldos anarchischer Großangriff auf die Werte des Bürgertums mag heute weniger radikal wirken, ist aber durchaus amüsant, auch wenn seine Botschaft ein wenig naiv erscheinen mag, so wie hier die Bürden der Gesellschaft abgestreift werden ? freie Liebe inklusive. Oder macht er sich doch eher über die gesellschaftlichen Umwälzungen durch die Studentenunruhen lustig? Faraldos Film besitzt dabei ein fast dokumentarisches Feeling, vor allem zu Beginn, wenn er den Arbeitsalltag der Angestellten zeigt. Jedenfalls dürfte THEMROC ein Traum für jeden Verleiher sein, denn Synchros oder Untertitel sind nicht notwendig, da kein verständliches Wort im Film geredet wird, und zuletzt wird hauptsächlich gegrunzt. In Nebenrollen sind hier übrigens Miou-Miou und Coluche (BRUST ODER KEULE) zu sehen.