BIG FISH
USA 2003. R: Tim Burton. D: Ewan McGregor, Billy Crudup, Jessica Lange, Steve Buscemi u.a. 125 Min. Columbia Tristar.
Ich muss gestehen, dass ich Tim Burton nach seinem miesen PLANET DER AFFEN-Remake echt abgeschrieben hatte, aber sein neuster Film BIG FISH, der jetzt auch in den Videotheken steht, ist eine wirklich überraschend gute Rückbesinnung auf das, was Burton ursprünglich ausgemacht hat, auch wenn er natürlich nicht so gut ist wie PEE-WEE'S BIG ADVENTURE, hehe. Wie auch immer, es geht um einen Vater-Sohn-Konflikt, bei dem Will Bloom (Billy Crudup) Zeit seines Lebens mit den Geschichten seines Vaters Edward Bloom (Albert Finney) schikaniert wurde, wodurch er nie erfahren hat, wer sein Vater eigentlich wirklich ist. Als sein Vater im Sterben liegt, beginnt eine neue Aufarbeitung dieser Geschichten, wo Will endlich die Persönlichkeit seines Vaters akzeptiert, auch wenn die Geschichten und alles drumherum fast noch fantastischer als sonst klingen. Burton entführt den Zuschauer dabei auf sehr humorvolle Art in die seltsame Märchenwelt Edward Blooms ? den Ewan McGregor in jungen Jahren spielt, und der endlich mal wieder in einer Rolle nicht nervt ?, ein Appell an einen fantasievolleren Umgang mit der Realität, der nicht wie früher bei seinen Film überwiegend ironisch ist, sondern echte Wärme und Emotionen besitzt. Bisweilen vielleicht etwas sentimental geraten, aber ansonsten ein dicht gestricktes, sehr humorvolles Lügengespinst, bei dem an der einen oder anderen Stelle so was wie die Wahrheit durchscheint. Selbst wenn das nur ein mainstreamiges "Feelgood-Movie" sein sollte, ist BIG FISH einfach zu charmant und intelligent, um sich von seiner Magie nicht gefangen nehmen zu lassen. Man könnte da fast von so einer Art AMÉLIE-Effekt sprechen.
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