FRIVOLOUS LOLA
Italien 1998. R: Tinto Brass. D: Anna Ammirati, Patrick Mower, Mario Parodi u.a. 105 Min. www.cultepics.com
Der italienische Erotikfilmer Tinto Brass, den ich vor allem wegen CALIGULA und SALON KITTY schätze, war hier ja auch schon mal Thema, wobei man leider bezüglich der Verfügbarkeit seiner Werke in Deutschland sagen muss, dass so gut wie keiner seiner Filme dem Messer der FSK entkommen ist. In Italien alles kein Problem, aber außerhalb seiner Heimat eckt Brass nach wie vor mit seiner expliziten, aber niemals pornographischen Erotik an. Und so ist FRIVOLOUS LOLA (cultepics.com), also FRIVOLE LOLA, hierzulande um gut vier Minuten gekürzt und abgedunkelt, im falschen Bildformat und dann auch noch ab 18. Vor allem hat es den Zensoren da eine Szene angetan, als Lola auf die Straße pinkelt. Auch wenn mir die späteren Werke von Brass, dieses hat er 1998 gedreht, nicht so am Herzen liegen, muss man MONELLA, so der Originaltitel, zugute halten, eine amüsante, frivole Erotik zu vermitteln, die hier Bestandteil einer netten Komödie ist. Und dann immer diese Frauen bei Brass, in diesem Fall Anna Ammirati, die eine fast schon unverschämte natürliche erotische Ausstrahlung besitzt, vor allem im Vergleich zu den sonstigen Schönheitsidealen der Pornoindustrie, wo man eher das Gefühl hat, in Dr. Frankensteins Labor gelandet zu sein: Igor, reich mir doch mal die Silikonkissen! Brass' frivole Lola wirbelt in den 50er Jahren mit ihrer offen zur Schau getragenen Sexualität das idyllische italienische Landleben durcheinander, und selbst die Pfaffen können ihr nicht widerstehen. Vor allem geht es um den Konflikt zwischen ihr und ihrem Verlobten Masetto, der vor der Heirat nicht mit ihr schlafen will, weil er von einem komischen Jungfrauenideal besessen ist, was zu Eifersüchteleien führt, aber schließlich landet Lola doch noch unter der Haube. Sicher kein Autorenkino, aber einer der besseren, späteren Filme von Brass, mit der Musik von Pino Donaggio unterlegt. Auf der ungeschnittenen US-DVD von Cult Epics gibt es neben der englisch untertitelten italienischen Tonspur noch ein erhellendes 25-minütiges Interview mit Brass und natürlich den Trailer.
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