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HAUS DER 1000 LEICHEN


USA 2003. R: Rob Zombie. D: Sid Haig, Bill Moseley, Sheri Moon, u.a. 105 Min. Sunfilm.

In Deutschland setzt sich inzwischen auch immer mehr eine ähnliche Schizophrenie bei der Einstufung von Filmen durch wie in den Staaten. Denn scheinbar ist es unmöglich, bei einem für Erwachsene vorgesehenen Film eine einheitliche Kennzeichnung zu finden, die auch sichert, dass der Film ungeschnitten ist. Nein, nein, denn wenn die beknackte FSK einen schlechten Tag hat, gibt es halt Schnittauflagen, und dann kann man höchstens noch zur unabhängigen Juristenkommission der Filmwirtschaft traben und hoffen, dass die dem Film bescheinigt, strafrechtlich unbedenklich zu sein, um schon mal irgendwelchen unausgelasteten Staatsanwälten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und so gibt es bei Rob Zombies HAUS DER 1000 LEICHEN (Sunfilm) auf DVD eine leicht geschnittene FSK 18 (die ja nicht mehr so heißt) und eine JK-Version, also die momentan ungeschnittene Fassung, bis Herr Zombie doch noch mal seinen Director's Cut herausrückt. Seine Fortsetzung THE DEVIL'S REJECTS scheint tatsächlich 2005 in die Kinos zu kommen, allerdings sieht der Trailer mehr nach einem Roadmovie aus. In der Zwischenzeit können wir uns dann mit seiner inhaltlich vielleicht nicht besonders tiefschürfenden, aber hübsch degenerierten Verbeugung vor THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE vergnügen, die ich ja schon ausführlicher besprochen hatte. In vielen Augen ist Zombies Film wohl eher HOUSE OF 1000 MISSED OPPORTUNITIES, aber das wird man wohl erst tatsächlich wissen, wenn man ihn in seiner ursprünglichen Form gesehen hat. Und wenn man sich dagegen STRANGELAND anschaut, das andere Werk eines "Rockstars" ? Dee Snider von Twisted Sister ?, muss man Zombie fast dankbar sein, denn er hat es zumindest versucht, die Weichei-Mentalität Hollywoods zu unterwandern, auch wenn er dabei irgendwie gescheitert ist. Auch wenn die DVD vielleicht nicht die dollsten Extras besitzt, bekommt man hier zumindest eine sehr amüsante, pseudo-interaktive Menüführung geliefert, die sich angenehm von den aufgemotzten und nervigen Menüs der meisten anderen DVDs abhebt. Es geht mir sowieso auf die Nerven, wenn ich fünf Minuten brauche, bis endlich mal der Film beginnt, dann lieber kurz und knapp, oder so unterhaltsam wie hier.

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 09.12.2004 Thomas Kerpen
 
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