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KILL BILL: VOL. 2


USA 2004. R: Quentin Tarantino. D: Uma Thurman, David Carradine, Michael Madsen u.a. 136 Min. Buena Vista.

Wer braucht schon THE PUNISHER, wenn man KILL BILL haben kann, mit dem Tarantino wohl den ultimativen Rachefilm gedreht hat, dessen cineastische Breitwandvisionen wohl nur schwer zu toppen sein dürften, höchstens von Tarantino selbst. Buena Vista hat inzwischen auch KILL BILL 2 auf DVD veröffentlicht, und das Gemecker hätte natürlich kaum größer sein können. Denn natürlich besitzt auch diese DVD bis auf eine zusätzliche Szene keine wirklich nennenswerten Extras, zumindest ist sie aber komplett, auch wenn in Hong Kong eine Fassung mit ein paar Alternativszenen existiert, was aber eher mal uninteressant ist. Ebenfalls enttäuschend war für viele Leute wohl, dass nach der brutalen Kinetik des ersten Films plötzlich ein Dialog-lastiges Drama im Vordergrund stand, dessen Tötungsszenen eher mal deprimierend waren. Ein besonderer Downer ist bei Teil 2, als Die Braut/Beatrix Kiddo lebendig begraben wird, eine wirklich beklemmende Sequenz. Tarantino spielt hier die ganze Tragik seiner Hauptperson aus und bedient sich dabei genauso hemmungslos bestimmter Genre-Stereotypen, genauso wie er sie dabei auf den Kopf stellt. Dass der zweite Film im ersten Moment anscheinend so enttäuschend wirkt, liegt sicherlich daran, dass er eigentlich kein zweiter Teil ist, sondern die zweite Hälfte einer ursprünglichen Einheit, die aufgrund kommerzieller Überlegungen auseinandergerissen wurde. Sicherlich prallen hier verschiedene Stilmittel in Sachen Tempo und Bildsprache aufeinander, und vielleicht wäre es tatsächlich klüger gewesen, die Extreme gleichmäßiger über den gesamten Film zu verteilen, aber man muss Tarantino schon mal grundsätzlich dafür danken, dass ihm die Sehgewohnheiten seines Publikums dabei herzlich egal sind. Wenn das seine Vision ist, bitte schön, schluckt es oder lasst es. KILL BILL 2 mag in moralischer Hinsicht etwas verwirrend wirken, gerade was den Erlösungspathos seines Anti-Höhepunkts angeht, aber darin steckt eben die Logik eines Tarantino, der sich dabei in die Psyche einer Frau versetzt, die sich von einer Killerin in eine Mutter verwandelt, wobei es von Anfang an ihre mütterlichen Instinkte sind, die sie zu dem antreiben, was sie tut. In KILL BILL 1 & 2 steckt sicherlich mehr, als es zuerst den Anschein hat, und alleine an den ganzen filmischen Verweisen Tarantinos kann man sich noch lange Zeit erfreuen. Allerdings hat Tarantino ähnlich wie nach PULP FICTION erneut ein Problem, denn wie soll es ihm gelingen, danach einen noch besseren Film zu drehen?

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 10.12.2004 Thomas Kerpen
 
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