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DAS MESSER IM WASSER


Polen 1962. R: Roman Polanski. D: Leon Niemczyk, Jolanta Umecka, Zygmunt Malanowicz u.a. 94 Min. MC One.

Es wurde ja langsam Zeit, endlich kommen auch in Deutschland mal ältere Filme von Polanksi auf DVD heraus. Neben TANZ DER VAMPIRE (vielen Dank Warner Brothers für dieses potthässliche Cover ...) auch bei MC One DAS MESSER IM WASSER (1962) und EKEL (1965). DAS MESSER IM WASSER ist Polanskis erster Spielfilm, den er noch in Polen drehte, und für den er eine Oskar-Nominierung erhielt, ein brillanter Psychothriller in dem es um die Machtverhältnisse zwischen einem Pärchen und einem Anhalter geht, der von den beiden auf ihrem Boot mitgenommen wird. Den Anhalter sollte eigentlich Polanski spielen, wurde aber von der Produktionsfirma für zu unattraktiv für die Rolle gehalten, dafür stammt die Stimme des Anhalters im polnischen Original von Polanski. DAS MESSER IM WASSER ist eine Studie über Aggression, Sexualität, Angst und Erniedrigung, bei der beide Männer um die Gunst der Frau kämpfen, und dessen "survival of the fittest"-Mentalität man auch auf die damalige Gesellschaft in Polen übertragen kann, den Konflikt zwischen Privilegierten und Unterprivilegierten und zwischen alter und neuer Generation. Ein Klassiker des polnischen Films und nach wie vor auch einer der besten Filme Polanskis.
Wobei der zwei Jahre später in England entstandene EKEL natürlich auch ein Klassiker von Polanski ist. Darin spielt Catherine Deneuve eine sexuell frustrierte junge Frau, die in einem Schönheitssalon arbeitet, und zusammen mit ihrer Schwester lebt. Als diese mit ihrem Lover wegfährt, wird die junge Frau immer apathischer und depressiver, was zu Wahnvorstellungen und Albträumen über Mord und Vergewaltigung führt. Polanski wirft dabei die banalen Erklärungen der meisten so genannten Psychothriller vollständig über Bord und lässt den Zuschauer auch völlig darüber im Dunkeln, was Realität und was Traum ist. Auch nach knapp 40 Jahren ein immer noch ungemein verstörender Film, dessen konventionellen Horror-Elemente in vollkommen surreale Bereiche abdriften.

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 10.12.2004 Thomas Kerpen
 
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