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DER PROFI 2


Frankreich 1987. R: Jacques Deray. D: Jean-Paul Belmondo, Jean-Pierre Malo, Michel Beaune u.a. 100 Min. e-m-s.

Inzwischen sind auch mal wieder bei e-m-s auf DVD ein paar Belmondo-Streifen erschienen. Zu den schlechteren gehören dabei Philippe Labros DER GREIFER (L'ALPAGUEUR) von 1976 und Jacques Derays DER PROFI 2 (LE SOLITAIRE) von 1987. In DER PROFI 2 ? schon der Titel ist bescheuert, da der Film überhaupt nichts mit dem anderen PROFI mit Belmondo zu tun hat ? jagt Inspektor Simon einen ganz bösen Gangster namens Schneider, der seinen Freund und Kollegen umgebracht hatte. Derays Film ist ein ziemlicher plumper Law & Order-Copfilm, der durch Belmondo eine gewisse Qualität erhält, aber dessen Drehbuch unter aller Sau ist. Halt ein Belmondo der 80er, wo der Mann überwiegend als mittelprächtiger Actionstar vermarktet wurde. Rainer Brandt hält sich in der deutschen Synchro mit allzu vielen Späßchen zurück, geht auch eher schlecht, da DER PROFI 2 ja ein richtig ernsthafter Film ist. Etwas besser, aber auch nicht wirklich tiefschürfend, Labros DER GREIFER, in dem Belmondo einen Söldner im Staatsdienst spielt, der hier eine ähnlich finstere Type wie in der DER PROFI 2 jagt. Zumindest bemüht sich das Drehbuch um mehr Vielschichtigkeit, aber mehr als der übliche Räuber & Gendarm-Stoff kommt dabei auch nicht heraus. Und mit Bruno Cremer hat Belmondo wenigstens einen wirklich renommierten Darsteller als Gegenspieler, der hier aber auch eher mal unterfordert ist.
Wer Belmondo wegen seiner Komödien mag, wird sich eher über den 1975 entstandenen DER UNVERBESSERLICHE (L'INCORRIGIBLE) von Philippe de Broca freuen, in dem Belmondo den gerade frisch aus dem Knast entlassenen Victor Vautier spielt, ein unverbesserlicher Trickbetrüger, der in die unterschiedlichsten Rollen schlüpft und versucht alles bis hin zu Kampfjets zu verkaufen, was nicht niet und nagelfest ist. Allerdings kehrt ein gewisse Einsicht ein, als er sich in seine, von der Kanadierin Geneviève Bujold gespielten Bewährungshelferin verliebt. Philippe de Brocas Film ist ein wirklich nett überdrehtes und unterhaltsames Werk, in dem sich Belmondo frei entfalten kann, ebenso wie leider Rainer Brandt bei der deutschen Synchro, was natürlich durchaus amüsant ist, aber auch oft wenig mit dem Originalfilm zu tun hat. Die deutschen Untertitel biegen das zumindest zum Teil wieder halbwegs gerade.
Henri Verneuils ANGST ÜBER DER STADT (PEUR SUR LA VILLE), ebenfalls von 1975, ist hingegen eine eher ernste Angelegenheit und so was wie ein Klassiker des französischen Polizeifilms, bei dem das Sahnehäubchen der disharmonische, an den Nerven zerrende Score von Morricone ist. In der alten deutschen Fassung fehlte bisher immer eine komplette Sequenz, die jetzt wieder in den Film eingefügt wurde, und hier natürlich nur untertitelt wurde. Verneuils Film ist ein seltsamer Bastard aus frühem Serienkillerfilm und typischer Polizeifilm-Action mit Autoverfolgungsjagd. Wobei einer der Höhepunkte ist, als Inspektor Letellier den Serienkiller über die Dächer von Paris jagt. Dafür sind die Erklärungsansätze für die Taten des Killers eher auf einem populärwissenschaftlichen Bild-Zeitungs-Niveau angesiedelt, was hier aber nicht wirklich ins Gewicht fällt, dafür funktioniert ANGST ÜBER DER STADT auf einem anderen Level umso besser.

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 10.12.2004 Thomas Kerpen
 
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