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THE PUNISHER


USA/Deutschland 2004. R: Jonathan Hensleigh. D: Thomas Jane, John Travolta, Rebecca Romijn-Stamos u.a. 124 Min. Columbia Tristar.

Ich wiederhole mich zwar, aber das tut Hollywood auch: Comicverfilmungen stehen hoch im Kurs und das letzte Marvel-Ding war u.a. THE PUNISHER (Columbia). Allerdings ist THE PUNISHER von Jonathan Hensleigh, Autor von Filmen wie ARMAGEDDON oder DIE HARD: WITH A VENGEANCE, nicht nur eine Comic-Verfilmung, sondern auch ein Remake, denn bereits 1989 hatte Schneidetisch-Wizard Mark Goldblatt mit Dolph Lundgren als Frank Castle/The Punisher den Comic verfilmt. Kein wirklich guter Film, aber der aufgrund seiner Brutalität (versucht mal eine ungeschnittene Fassung zu bekommen, gar nicht so einfach) einen gewissen Kultstatus besitzt, denn hier gehen 91 Leute vor die Hunde, die nicht mitgezählt, die bei Explosionen sterben. Es war klar, dass die Neuverfilmung da nicht mithalten konnte, aber ohne Gewalt läuft bei diesem Thema nun mal nichts. Denn schließlich geht es um einen Polizisten, der, als seine Familie von einem Gangsterboss umgebracht wird, zum Punisher wird, ein mysteriöser Rachenegel, der das Gesetz in die eigene Hand nimmt. Den Part von Frank Castle übernimmt diesmal der etwas blasse Thomas Jane (DEEP BLUE SEA, THURSDAY), dessen Gegenspieler John Travolta ist. Viel mehr gibt es über die Handlung nicht zu sagen, THE PUNISHER ist eine wenig tiefschürfende Rachegeschichte, die schon bei Goldblatt recht eindimensional war, aber da noch mit teilweise recht bizarren Einfällen glänzte. Hensleighs Film ist dagegen geradlinige, besser gesagt hirnlose Action-Kost, die weder genug Härte noch Witz besitzt, um in irgendeiner Weise interessant zu sein. Ganz schlimm wird es, wenn versucht wird, irgendwelchen zwischenmenschlichen, emotionalen Unsinn in die Handlung einzubauen, denn die Hauptfigur ist auch nicht viel sympathischer als der Gangsterboss. Besonders lächerlich wird es aber, wenn Supermodel Rebecca Romijn-Stamos das arme Aschenputtel von nebenan gibt. Und wenn man dem Punisher sein T-Shirt mit dem Totenkopf wegnimmt, bleibt nicht viel, was diese Figur bemerkenswert machen würde. Ein überlanger, viel zu teurer B-Film, der aus mal mehr, mal weniger schlechten Einzelszenen besteht, woraus sich aber nie ein homogener Film ergibt.

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 10.12.2004 Thomas Kerpen
 
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