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RESURRECTION OF THE LITTLE MATCH GIRL


Südkorea 2002. R: Sun-Woo Jang. D: Eun-kyeong Lim, Hyun-sung Kim, Jin-pyo Kim u.a. 123 Min. I-On New Media.

Nach der MATRIX-Trilogie hatte man die Hoffnung, der ganze Cyberspace-Scheiß hätte sich endlich mal erledigt, aber ganz im Gegenteil, der Erfolg dieses genialen Marketing-Schachzugs beflügelt eher noch Filmemacher weltweit. Das gilt wohl auch für RESURRECTION OF THE LITTLE MATCH GIRL (I-On New Media) von Sun-Woo Jang, der 2002 der bis dato teuerste koreanische Film war, allerdings wohl auch ein Riesenflop, mit dem zumindest Hans Christian Andersen im Computerzeitalter angekommen sein dürfte. Der Film selber ist mehr Schein als Sein und ein höchst wirres Debakel, in dem der Botenjunge eines China-Restaurants sich aus falschem Ehrgeiz in eine recht sinnlose Computerspiel-Welt einklinkt, deren Virtualität natürlich auch recht reale Dimensionen besitzt, siehe auch AVALON. Der märchenhafte Anfang ist noch recht vielversprechend, aber danach hat man es mit einem Bastard aus Drama, Action und Komödie zu tun, dessen Spezialeffekte so aufdringlich sind, dass sie alles andere im Keim ersticken. Sollte es hier eine nachvollziehbare Story geben, hat sich mein Hirn irgendwann geweigert, diese wahrzunehmen und zu akzeptieren. Aber selbst die Oberflächenreize von RESURRECTION OF THE LITTLE MATCH GIRL sind nicht mehr als billige Makulatur bzw. rein selbstzweckhaft, um von all dem anderen Unsinn abzulenken. Und auch die Parodie darin kann ich nicht erkennen, da sie in irgendwelchen hirnlosen Kugelhageln untergeht, die dem Film zumindest das rote Siegel der FSK beschert haben. Man muss schon ein großer Fan asiatischen Kinos sein, um an dieser Mogelpackung etwas zu finden, die in keinerlei Hinsicht funktioniert und vor allem dabei eins tut, den Zuschauer irgendwann tödlich zu langweilen, da die gut 120 Minuten des Films noch nicht einmal Substanz für 90 Minuten besitzen. Seltsamerweise hat Regisseur Sun-Woo Jang zuvor den vermeintlichen Skandalfilm LIES gedreht, über eine bizarre sadomasochistische Beziehung, in der die expliziten Sexszenen allerdings auch nur dazu dienten, von der schwachen, unmotivierten Story abzulenken.

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 10.12.2004 Thomas Kerpen
 
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