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SUBURBIA


USA 1984. R: Penelope Spheeris. D: Chris Pedersen, Bill Coyne, Flea u.a. 94 Min. www.sunnybastards.de.

Nachdem in den Staaten schon länger eine New Concorde-DVD von Penelope Spheeris' SUBURBIA kursierte, haben die Sunny Bastards den Film auch hierzulande auf der DVD herausgebracht, der bereits Mitte der 80er als SUBURBIA - REBELLEN DER VORSTADT auf Video erschienen war. Eine Roger Corman-Produktion, mit der die nicht ganz unumstrittene Punk-Dokumentaristin (THE DECLINE OF WESTERN CIVILIZATION), die wohl eher durch WAYNE'S WORLD bekannt ist, versuchte, Punk-Subkultur in einem fiktiven Film zu verarbeiten. Darin wollen einige Jugendliche dem tristen Leben einer amerikanischen Vorstadt entfliehen und nisten sich in einem verlassenen Haus ein. Also im Prinzip eine recht banale Außenseiter-Story, die Spheeris mit Verweisen auf die Punk-Szene wie Haare, Klamotten etc. und Konzert-Aufnahmen von T.S.O.L., den Vandals und D.I. aufpeppte. Ein eigentlich schrecklich blöder Film ? die deutsche Synchro trägt ihren Teil dazu bei ?, dessen banalen gesellschaftlichen Schlussfolgerungen und seine klischeehafte Außenseiter-Romantik heute eher mal amüsieren. Und als ernsthafte Aufarbeitung von Punk-Subkultur hat SUBURBIA höchstens in der Hinsicht eine Bedeutung, was das grundsätzliche Rebellentum der Charaktere betrifft und das sich Ausklinken aus der Gesellschaft, aber das ist auch nicht unbedingt ausschlaggebend für Punk alleine. Für Corman war an dem Film sicher interessant, dass er Themen aus seinen alten Rock'n'Roll-Filmen der 50er und 60er in neuem Gewand auffrischen konnte. Auch das sehr abrupte Ende wirkt heute eher störend, so als ob da jemand mit Stoppuhr am Set anwesend gewesen wäre. SUBURBIA ist deshalb vor allem ein gescheiterter Versuch, eine bestimmte Subkultur zum Thema eines kommerziell vermarktbaren Films zu machen, der sicher nicht wirklich gut ist, aber durchaus interessant, vor allem mit einem Abstand von gut 20 Jahren betrachtet. Und Corman zeigt sich dabei mal wieder als perfekter Ökonom in Zeiten explodierender, perverser Film-Budgets. Außerdem kann man hier Flea von den Chili Peppers und Wade Walston, den Bassisten der U.S. Bombs, in jungen Jahren bewundern. Die Bildqualität ist nicht der Hammer, aber die der New Concorde-DVD ist auch nur unwesentlich besser, viel störender sind die deutschen Untertitel, die natürlich mal wieder nicht vernünftig der eigentlichen Originalfassung angepasst wurden. Wie auch auf der US-DVD gibt es einen Audiokommentar von Penelope Spheeris, plus Trailer. Einer dieser komischen Kultfilme, die man mal gesehen haben sollte.

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 09.12.2004 Thomas Kerpen
 
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