TOPKAPI
USA 1964. R: Jules Dassin. D: Melina Mercouri, Peter Ustinov, Maximilian Schell u.a. 119 Min. MGM.
Ein Klassiker anderer Art ist Jules Dassins TOPKAPI von 1964, basierend auf einem Roman von Eric Ambler. Einer der besten Caper-Filme überhaupt, der auch die Inspiration für die TV-Serie "Mission: Impossible" war. In dessen Mittelpunkt steht ein Einbruch in das berühmte Topkapi-Museum in Istanbul, aus dem Melina Mercouri und Maximilian Schell einen wertvollen Dolch stehlen wollen. Dieser Einbruch wird akribisch vorbereitet und ist schließlich der schweißtreibende Höhepunkt eines nicht nur vordergründig unterhaltsamen Filmes, der seinen Exotenbonus natürlich auch durch die Kulisse der Türkei der 60er Jahre bekommt. Für seine humoristischen bzw. parodistischen Höhepunkte ist allerdings Peter Ustinov verantwortlich, als kleiner Gauner, der hier eher zufällig bei diesem Coup mitmacht und für seine Rolle einen Oskar bekam. Außerdem hat man noch den türkischen Geheimdienst im Nacken, der allerdings glaubt, einem terroristischen Attentat auf der Spur zu sein. So gut TOPKAPI auch sein mag, der von MGM jetzt in einer recht spärlich ausgestatteten DVD erhältlich ist, Jules Dassins eigentliches Meisterwerk ist RIFIFI, einer der prägenden Filme des französischen Kinos der 50er Jahre. Auch darin dreht sich alles um einen genau geplanten Einbruch, allerdings ist der in Paris spielende Gangsterfilm eher die düster nihilistische Variante von TOPKAPI, die in ihrer Ausweglosigkeit und Härte sehr an die bedrohliche Stimmung von LOHN DER ANGST erinnert. In TOPKAPI scheint Dassin die Grundidee von RIFIFI in parodistischer Form verarbeitet zu haben, was sicherlich auch in dem Bewusstein passierte, dass der Film ein international funktionierendes, unterhaltsames Starvehikel sein sollte, was ihm auch geglückt ist.
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