COFFEE AND CIGARETTES (USA, 2003)
Lange hat man auf einen richtigen neuen Jim Jarmusch-Film warten müssen ? GHOST DOG war von 1999 ? umso enttäuschender ist, dass Jarmusch nur aus seiner ?Coffee and Cigarettes?-Idee aus den 80ern einen kompletten Film gemacht hat, aufgeilt in elf Episoden, von denen drei ursprünglich bereits als Kurzfilm existierten, wie die mit Roberto Benigni und Steven Wright oder die mit Tom Waits und Iggy Pop, die noch zu den besten gehört. Das Konzept als solches ist natürlich interessant, denn Jarmusch setzt hier zwei Personen zusammen an einen Tisch und beobachtet deren Kommunikation bei Kaffee und Zigaretten, die in der Regel aneinander vorbeiläuft oder von Missverständnissen geprägt ist. Unter den Tischgästen befinden sich noch Steve Buscemi, Cate Blanchett (in einer sehr schönen Doppelrolle), RZA und GZA vom Wu-Tang-Clan, Jack und Meg White, Alfred Molina, Steve Coogan, Bill Murray und Isaach De Bankolé. Eine durchaus humorvolle und nicht dumme Angelegenheit, bei der Jarmusch trotz eines strammen Konzepts auch Improvisation zum Zug kommen lässt, allerdings fehlt den Episoden ein wenig der Zusammenhalt, und über 90 Minuten wirkt die ganze Geschichte doch reichlich ermüdend und offenbart auch ihre Schwachstellen, wenn manche Episoden einfach ins Leere laufen. In Häppchenform lassen sich die Episoden besser genießen, insofern ist COFFEE AND CIGARETTES eine schwächere Arbeit von Jarmusch, und wohl eher eine Zwischenstation, denn ein neuer Film von ihm befindet sich gerade in der Mache. Die DVD von Arthaus präsentiert den Film in der Originalversion mit deutschen Untertiteln, eine deutsche Synchro wäre hier wohl auch völliger Unsinn gewesen. (Arthaus/Kinowelt)
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