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THE VILLAGE

THE VILLAGE

(USA, 2004)

Das besondere und schätzenswerte an den bisherigen Filmen M. Night Shyamalans war, dass sie bestimmte Erwartungshaltungen nicht einlösten und für ein typisches Mainstreampublikum, das vielleicht noch SIXTH SENSE akzeptierte, immer unbefriedigender wurden. Diesen Trend führt Shyamalan auch mit THE VILLAGE weiter, bei dem man sich als Rezensent überlegen kann, ob man ein Spielverderber ist oder dem Vorbild der anderen spitzbübischen Kollegen der schreibenden Zunft folgt, die halt behaupten, dass es in dem Film um ein abgelegenes Dörfchen in den Wäldern von Pennsylvania am Ende des 19. Jahrhunderts geht. Zu dessen Isolation tragen auch mystische Fabelwesen bei, die in dem Wäldern um das Dorf herum leben. Erst als ein Mitglied der Dorfgemeinschaft von einem anderen mit einem Messer schwer verletzt wird, muss einer der Bewohner diese Wälder durchqueren, um in der Großstadt Medikamente zu besorgen. Shyamalan hat es natürlich wieder auf eine große Überraschung zum Schluss abgesehen, die für viele Leute recht enttäuschend war, denn die gesamten Lebensbedingungen des Dorfes entpuppen sich als reines Konstrukt, was man aber durchaus schon vorher erahnen kann. Dabei ist THE VILLAGE zuerst mal ein wirklich sehr schön gemachter, durchdachter Film mit toller Musik und tollen Schauspielern wie Adrien Brody, Brendan Gleeson, Michael Pitt, Sigourney Weaver, Joaquin Phoenix und William Hurt, der vielleicht auch gar nicht so überraschend sein will, wie alle annehmen. Vielmehr geht es Shyamalan hier um eine grundsätzliches Infragestellen unserer Zivilisation als solcher und ihrer Werte, und wieweit man gehen darf, um bestimmte Idealvorstellungen vom menschlichen Zusammenleben zu beschützen, ohne sich selbst dabei in moralisches Unrecht zu begeben. Zumindest sind das die Gedanken, die einem beim Abspann durch den Kopf schießen, wo man sich spätestens von seiner Enttäuschung darüber verabschiedet haben sollte, dass THE VILLAGE nicht der Gothic-Horror-Film ist, für den man ihn zu Beginn vielleicht irrtümlich hätte halten können. Ein erstaunlich intelligentes, sehenswertes Stück Mainstream-Kino, auf der nicht allzu spektakulären deutschen DVD mit einem Making Of und einigen deleted Scenes ergänzt. Und der eigentlich nur eine Frage aufwirft: Why don?t any planes fly over the Village? (Buena Vista)

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 02.06.2005 Thomas Kerpen
 
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