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EIN FERPEKTES VERBRECHEN

Spanien, Italien 2004

Nachdem Álex de la Iglesias 2002er Werk 800 BULLETS hierzulande auf wenig Gegenliebe stieß, schaffte es CRIMEN FERPECTO von 2004 unter dem Titel EIN FERPEKTES VERBRECHEN (e-m-s) letztes Jahr bei uns in die Kinos und jetzt auch in die Videothek. Nach dem doch etwas sehr familienfreundlichen 800 BULLETS hat sich Álex de la Iglesias auf seine alten Tugenden besonnen und eine schöne schwarze Komödie gedreht, die zwar nicht besonders originell ist, aber von ihrer grundsätzlichen Überdrehtheit und Bösartigkeit lebt, die man ja bereits von LA COMUNIDAD und MUERTOS DE RISA kennt. Die Geschichte selbst ist sicher nicht besonders bemerkenswert: Ein sleaziger Verkäufer Marke Don Juan in der Damenabteilung eines Kaufhauses hofft auf die verdiente Beförderung, die dann aber der Herr aus der Krawattenabteilung bekommt, der wenig später als Leiche endet, was den Motor für den restlichen Verlauf des Films darstellt. Das Schicksal besagten Don Juans liegt daraufhin ausgerechnet in den Händen der hässlichsten Verkäuferin des Kaufhauses, die quasi Tatzeugin war, und der arme Mann muss fortan gute Miene zum bösen Spiel machen. Das hat man alles schon mal gesehen, was Álex de la Iglesias uns hier anbietet, inklusive sprechender Leichen, allerdings besitzt EIN FERPEKTES VERBRECHEN einen ganz besonderen Charme, den man in dieser Form nur in Spanien findet und den amerikanische oder deutsche Darsteller kaum transportieren könnten. Insofern verliert der Film durch die deutsche Synchro schon einen Großteil seines Reizes. Übrig bleibt Álex de la Iglesias Sinn für groteske Situationen, sein visuelles Gespür und sein unorthodoxer Umgang mit Genre-Konventionen, wobei es auf der DVD natürlich auch die untertitelte Originaltonspur gibt. Ein bösartiger, rundum gelungener Spaß, und irgendwie ist man froh, dass Álex de la Iglesias mit PERDITA DURANGO nicht den Sprung nach Hollywood geschafft hat, wie etwa sein Kollege Guillermo del Toro nach CRONOS.

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 15.06.2006 Thomas Kerpen
 
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