EVERYBODY WINSUK, USA 1990
Karel Reisz? EVERYBODY WINS (Kinowelt) von 1990, basierend auf einem Drehbuch von Arthur Miller, ist einer dieser Filme, die einen etwas verwirrt zurücklassen in Bezug auf das gerade Gesehene, wozu Debra Wingers Textzeile ?Everything is possible and impossible at the same time, this is what I live with all the time.? ganz gut passt. Winger spielt Angela Crispini, eine etwas undurchschaubare, sehr erotische Frau mittleren Alters, die von extremen Stimmungsschwanken beherrscht wird und den Kleinstadt-Privatdetektiv Tom O?Toole (Nick Nolte) anheuert, um den Beweis zu erbringen, dass ein junger Mann unschuldig wegen Mordes im Gefängnis sitzt. In bekannter Film-Noir-Manier buddelt Nolte die Leichen aus, die einige der Kleinstadtbürger im Keller haben, und verfällt dabei auch den Reizen von Winger, was durchaus nachvollziehbar ist. Sex & Crime also, allerdings ohne allzu viel Action, dafür aber mit starkem intellektuellen Anstrich, wobei nie ganz klar wird, ob Angela Crispini jetzt ein unschuldiger Engel oder eine manipulative Teufelin ist. Reisz? Film ist eine durchaus originelle und witzige Allegorie über menschliche Korrumpierbarkeit, mit einem Ende, das dem Zuschauer aber eine vollends befriedigende Auflösung der Geschehnisse vorenthält. Nolte und Winger sind ganz wundervoll und Grund genug, sich diesen ungewöhnlichen Film anzuschauen, übrigens eine weitere Zusammenarbeit von Reisz und Nolte nach dem ebenfalls sehr guten WHO?LL STOP THE RAIN von 1978, den es auf deutscher DVD von MGM gibt. |