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INSIDE DEEP THROAT

USA 2005

DEEP THROAT, in nur sechs Tagen für $22.000 vom Besitzer eines New Yorker Schönheitssalons in Florida gedreht, ist der Film, der Pornographie für einen kurzen Moment in den Mainstream katapultierte und mit großartigen Dialogen aufwartet wie dem folgenden: ?How would you like it if you had balls in your ears?? - ?I guess I could hear myself coming!?. Pornographische Filme gab es natürlich schon lange vorher, allerdings nicht in Form eines Spielfilms dieser Art. Bis heute soll der Film über $600 Millionen eingespielt haben, wobei Regisseur Gerard Damiano, der danach noch andere ungewöhnliche Blue-Movie-Klassiker wie THE STORY OF JOANNA, MEMORIES WITHIN MISS AGGIE und natürlich THE DEVIL IN MISS JONES drehte, behauptet, nie wirklich Anteil an diesen Gewinnen gehabt zu haben. Dafür flossen die Einnahmen von DEEP THROAT zum Beispiel in einen Film wie THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Für alle anderen Beteiligten entwickelte sich DEEP THROAT eher zum Fluch (vor allem für die Hauptdarsteller Linda Lovelace und Harry Reems), der ihr späteres Leben erheblich beeinflusste. Was zuerst Teil der Aufbruchstimmung der sexuellen Revolution in den 70ern war, wurde schnell zum Feinbild konservativer Politiker und anderer Gruppen in den USA, zumal Porno plötzlich auch für das organisierte Verbrechen interessant wurde. Und wohin das alles geführt hat, weiß sicherlich jeder, denn gerade durch das Internet sind die Auswüchse dieser florierenden fleischverarbeitenden Industrie ohne jegliche künstlerische Ambitionen kaum zu übersehen, in der Gammelfleisch flott aussortiert wird. All das zeigt uns die Doku INSIDE DEEP THROAT von Fenton Bailey und Randy Barbato, wo Leute wie Wes Craven, Gerard Damiano, Larry Flynt, Al Goldstein, Hugh M. Hefner, Norman Mailer, John Waters, Dr. Ruth Westheimer, Linda Williams, Gore Vidal oder Annie Sprinkle zu Wort kommen, und Dennis Hopper als Erzähler engagiert wurde. INSIDE DEEP THROAT ist gerade zu Beginn ein interessantes Sittengemälde, verliert sich aber gegen Ende immer mehr in Allgemeinweisheiten über die gesellschaftliche Bedeutung von Pornographie und hat letztendlich auch keine schlüssigen Antworten auf Behauptungen wie die von Lovelace, dass man sie damals vor der Kamera zum Sex gezwungen hätte, oder in Bezug auf die tatsächliche Verwicklung der Mafia in die Pornoindustrie. Es bleibt insgesamt schwammig, aber unterhaltsam ist INSIDE DEEP THROAT dabei durchaus, schon alleine aufgrund der Menge des zusammengetragenen Materials, auch wenn es sicher erhellendere Dokus über diesen Bereich gibt. (Highlight)

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 15.06.2006 Thomas Kerpen
 
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