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ABRECHNUNG IN SAN FRANZISKO

Italien 1976

Drehbuchautor/Schriftsteller Ernest Tidyman hat sich in der Filmgeschichte durch seine Vorlagen für SHAFT, THE FRENCH CONNECTION (für den er den Oscar bekam) oder Clint Eastwoods HIGH PLAINS DRIFTER verewigen können. Eher am Rande war er auch an Maurizio Lucidis GLI ESECUTORI bzw. ABRECHNUNG IN SAN FRANZISKO (Koch Media) von 1976 beteiligt, ein etwas unausgegorener 70er-Jahre-Actionfilm, der sich nicht so recht zwischen lustigem Hau-Drauf-Buddy-Movie und ernsthaftem Mafia-Thriller entscheiden kann, ein seltsamer Bastard aus ?Die Zwei? und typischen italienischen Polizeifilmen dieser Zeit. Darin wird ein Mafia-Boss von den Mitgliedern anderer Mafia-Familien verdächtigt, eine große Menge Heroin nach San Franzisko geschmuggelt zu haben, und das auch noch in einem Kreuz aus einer Kirche in Italien. Mamma mia! Also beauftragt er seinen Neffen Ulysses, einen smarten Anwalt (Roger Moore, der gar nicht so richtig sizilianisch wirkt), der Sache auf den Grund zu gehen. Unterstützt wird er dabei von dem draufgängerischen Rennfahrer Charlie Hanson (Stacy Keach), der in deutschen Synchro amüsanterweise von Harald Juhnke gesprochen wird. So richtig Tiefgang will sich dabei allerdings nicht einstellen, denn Lucidis Film ist weder eine richtige Komödie, noch überzeugt der Film in den etwas überstrapazierten Action-Szenen, vor allem wenn Hanson irgendwelche Autos zu Schrott fährt. Trotz aller Unglaubwürdigkeit und inhaltlicher Holzwege bleibt ABRECHNUNG IN SAN FRANZISKO noch durchaus unterhaltsam, was ausschließlich an der Paarung Moore/Keach liegt, die sich allerdings im falschen Film befinden und wie völlige Fremdkörper wirken. Sozusagen der Autounfall-Effekt, es ist schrecklich, aber man muss dennoch hingucken. Insofern eher ein Film für Fans von Roger Moore, die hier ihren Helden mal in einer richtig beknackten Rolle sehen wollen. Und dass der Score von Luis Enríquez Bacalov stammt, fällt auch nicht wirklich auf. An der DVD gibt es eigentlich nicht viel zu meckern, die Fassung ist komplett ungeschnitten, aber der englische Ton deutlich schlechter als der deutsche ? der Film selber ist allerdings höchstens durchschnittlich.

 
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Thomas Kerpen 15.06.2006 Thomas Kerpen
 
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