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DARK WATER

USA 2005

Mit Walter Salles? DARK WATER (Buena Vista) von 2005 dürften wir jetzt langsam alle Remakes erfolgreicher japanischer Horrorfilme der letzten Zeit durchhaben. Erneut lieferte das Original RING-Regisseur Hideo Nakata, der mit seinem DARK WATER einen mäßig spannenden, vorhersehbaren Film abdrehte, in dem eine alleinerziehende Mutter mit ihrer kleinen Tochter in ein wenig attraktives Apartment zieht, wo bereits das Wasser von der Decke tropft, und die im weiteren Verlauf mit dem Geist eines toten Mädchens konfrontiert wird. Hübsch gefilmte, komprimierte Langeweile. Hübsch gefilmt ist auch Salles? Film, bebildert vom brasilianischen Kameraveteranen Affonso Beato, Spannung will aber auch hier nicht aufkommen. Was auch kaum möglich ist, hat Salles im Vergleich zu Nakatas Film die Horrorelemente doch extrem reduziert und aus DARK WATER ein Melodram über eine Frau mittleren Alters gemacht, die mit ihrer Scheidung und psychischen Problemen zu kämpfen hat, die durch ihre neue räumliche Umgebung noch verstärkt werden, was ihre Umwelt zu dem Schluss kommen lässt, dass die arme Frau langsam durchdreht. Wer hier einen halbwegs soliden Horrorfilm à la THE GRUDGE erwartet, wird ziemlich dumm aus der Wäsche gucken, denn das hier ist reichlich weichgespülter Gruselstoff, der seine Daseinsberechtigung alleine durch die Hauptdarstellerin erhält. Die heißt Jennifer Connelly, eine nach wie vor sympathische Ausnahmeerscheinung im sonstigen Hollywood-Betrieb, die hier ihre gereifte feminine Ausstrahlung elegant ausspielen kann und ihrer gebrochenen Filmfigur die Glaubwürdigkeit verleiht, die dem Film ansonsten fehlt, das merkt man schon am relativ beliebigen Score von Angelo Badalamenti. Ohne seine überzeugende Hauptdarstellerin wäre DARK WATER komplett überflüssig, so ist er zumindest für Connelly-Fans halbwegs bedeutsam, deren schauspielerische Qualitäten allerdings in HOUSE OF SAND AND FOG oder REQUIEM FOR A DREAM deutlich besser zur Geltung kommen. Ein eher unglücklicher Hollywood-Einstand von Salles nach THE MOTORCYCLE DIARIES.

 
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Thomas Kerpen 15.06.2006 Thomas Kerpen
 
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