LORDS OF DOGTOWNUSA/Deutschland 2005
2001 hatte uns Stacy Peralta mit seiner Doku DOGTOWN AND Z-BOYS ein nostalgisch gefärbtes Bild seiner Karriere als Profiskater in den 70er geliefert, bei der kritische Töne hinsichtlich des Ausverkaufs der Skaterszene außen vor blieben, ebenso was gewisse zwischenmenschliche Aspekte betraf, aber dafür bekam man tolle Bilder geliefert. Vier Jahre später entstand nach einem Drehbuch von Peralta LORDS OF DOGTOWN, die fiktionale Aufarbeitung der Erfolgsgeschichte der Herren Jay Adams, Tony Alva und Stacey Peralta, unter der Regie von Catherine Hardwicke, die zuvor den etwas überschätzten THIRTEEN gedreht hatte. Ein ziemliches Kuddelmuddel, denn zuerst sollte doch tatsächlich auf Empfehlung von David Fincher Fred Durst die Regie übernehmen, dann musste es doch Fincher selber machen, hatte plötzlich aber anderes im Sinn, was Hardwicke ins Spiel brachte. Und auch LORDS OF DOGTOWN ist vor allem in visueller Hinsicht eine überzeugende Angelegenheit, allerdings fast schon wieder etwas zu stylish geraten. Ansonsten zeigt der Film eine ähnliche Entwicklung wie die Doku: den schnellen Aufstieg von ein paar Jungs aus eher einfachen Verhältnissen, inklusive der damit verbundenen Probleme, so wie sich Freunde nun mal auseinanderleben, wenn man dem anderen den Erfolg neidet etc. Also eine recht banale Nacherzählung, die bestimmte Dinge stärker ausschmückt, und ein akkurates Nachstellen der damaligen spektakulären Skateszenen, für Leute, die Dokus generell zu langweilig finden. LORDS OF DOGTOWN ist kein wirklich schlechter Film, er ist in jedem Fall erstaunlich kurzweilig, was auch ein Indiz dafür ist, wie die problematischeren Themen der Geschichte gehandhabt werden, nämlich in stark romantisierter und nostalgisch verklärter Form, inklusive eines mit 70er- und 80er-Jahre-Hits vollgestopfter Soundtracks. Aber warum auch nicht, schließlich geht?s allen gut und Jay Adams hat seine Drogenproblem wohl auch wieder im Griff. Allerdings ist LORDS OF DOGTOWN ein bisschen so ein Fall wie die Musik von Avril Lavigne, die einem zu Beginn ihr irre punkiges, rebellisches Image verkaufen wollte, hinter dem aber nur eine oberflächliche Null-Attitüde steckte, und ähnlich verhält es sich mit der Relevanz von Hardwickes Film für die Skater-Szene, der sich in analytischer Form nur bedingt genähert wird. 80er-Nostalgiker seien noch darauf hingewiesen, dass hier Rebecca De Mornay in einer ziemlich abgewrackten Rolle zu sehen ist, aber wenigstens schauspielern kann, im Gegensatz zum dauerbekifften und besoffenen Heath Ledger als erster Manager und Mentor der Skaterboys. Und bitte bloß nicht die deutsche Synchro schauen, wo es in Sachen coolen Jugendjargons wieder einiges an Peinlichkeiten zu erdulden gibt. (Sony Pictures HE) |