REEKERUSA 2005
Dave Paynes REEKER (MC One) könnte man leicht auf folgendes Fazit reduzieren: IDENTITY-Rip-Off! Damit würde man aber in gewisser Weise wieder den Spaß relativieren, den man mit Paynes Film 90 Minuten lang hatte und der sicherlich zu den clevereren und effektiveren Vertretern typischer Videothekenware gehört. Allzu viel darf man über die Handlung eh nicht verraten, soweit man das mit dem Verweis auf James Mangolds IDENTITY nicht bereits getan hat. Eine hübsche Zitatensammlung aus aktuelleren Horrorfilmen für den Genrefreund. Das grundsätzliche Setting kennt man zu genüge: Eine Fahrgemeinschaft aus fünf College-Studenten landet auf dem Weg zu einer Riesenparty im Umfeld eines Motels und Diners, in dem plötzlich die normalen Gesetzmäßigkeiten der Realität außer Kraft gesetzt scheinen und eine übernatürliche Kraft die Gruppe dezimiert. Wer, wie und warum sollte man sich besser selbst anschauen. Auf jeden Fall besitzt REEKER zur Abwechslung mal glaubwürdige Darsteller im Gegensatz zu den hölzernen Kleiderständern, die man sonst in so einem Kontext gewohnt ist, einen schönen Sinn für Humor, der sich in den erstaunlich guten Dialogen niederschlägt und einige sparsam eingesetzte, aber gut funktionierende, dezent blutige Effektszenen, die selbst den abgebrühtesten Genrekenner noch überraschen können. Und Michael Ironside in einer Nebenrolle ist sozusagen das Tüpfelchen auf dem ?i?. Payne, der ansonsten eine wirklich schreckenerregende Filmographie aufzuweisen hat, ist mit REEKER sicherlich kein Meisterwerk gelungen, aber ein spannender, schwer unterhaltsamer und selbstironischer Film, der sich seiner beschränkten Möglichkeiten immer bewusst ist, das Beste daraus macht und in dieser Hinsicht sicherlich erfolgreicher ist, als die meisten großbudgetierten Horrorfilme und Remakes der letzten Zeit. Zumindest hätte er einen Kinostart fast eher verdient als unerträglicher Mist wie THE FOG. Stalk-and-slash-Routine zwischen echter Innovation und Altbekanntem. |