DER TODESKUSSUSA 1947
Henry Hathaways DER TODESKUSS (MC One) ist das Filmdebüt von Richard Widmark, der hier als fies kichernder, psychopathischer Killer Tommy Udo eine beachtliche Leistung hinlegt und dabei eine an den Rollstuhl gefesselte, hilflose Frau die Treppe runterschubsen darf. 1947 gedreht, ist KISS OF DEATH ? der 1995 von Barbet Schroeder neu verfilmt wurde ? vielleicht kein echter Film Noir-Klassiker, aber definitiv einer der sehenswerten Vertreter des Genres. Darin landet der Kleinganove Nick Bianco nach einem Überfall auf ein Juweliergeschäft zum wiederholten Male im Knast, lässt sich aber bei der Überführung seiner Kumpane nicht zur Mitarbeit mit der Polizei überreden. Erst als seine Frau unter mysteriösen Umständen Selbstmord begeht und seine Kinder im Waisenhaus landen, lenkt Bianco ein, denn eigentlich ist er ja ein Guter (den Victor Mature auch mit an Unerträglichkeit grenzender Naivität verkörpert), der nur seine Familie ernähren wollte und Opfer falscher Freunde wurde. Doch dummerweise war Tommy Udo einer der Jungs, die er verpfiffen hat, dem die Polizei aber nichts nachweisen konnte, und der jetzt natürlich Bianco und seiner Familie das Leben zur Hölle macht, quasi eine etwas simplere Version von J. Lee Thompsons Meisterwerk CAPE FEAR aus den 60ern. Das extreme Gutmenschentum von Bianco nervt zwar etwas, aber insgesamt gelang Hathaway hier ein grimmiger, düsterer und spannender Gangsterfilm, angesiedelt im Manhattan der 40er, versehen mit starker moralischer Botschaft und fast dokumentarischen Schwarz-Weiß-Bildern, der vor allem in schauspielerischer Hinsicht überzeugt. Neben Widmark taucht hier auch noch Karl Malden in einer frühen Rolle auf, neben Brian Donlevy (THE QUATERMASS XPERIMENT) als Bezirksstaatsanwalt DeAngelo. Die DVD ist bezüglich Bild und Ton eine solide Angelegenheit, wobei die deutsche Synchro reichlich penetrant im Vergleich zum nüchternen Original ausgefallen ist. |