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AGENTS SECRETS

(Frankreich/Italien/Spanien, 2004)

In der momentanen Blockbusterwelt von MISSION: IMPOSSIBLE III hat es Frédéric Schoendoerffers AGENTS SECRETS verständlicherweise schwer, denn sein Film zeigt die Welt der Agenten in einem eher unspektakulären Licht und in einer moralischen Grauzone, ebenso nüchtern hatte er bereits in SCÈNES DE CRIMES einen Mordfall dargestellt. Dafür hat er sich aber mit Vincent Cassel und Monica Bellucci ein um so hochkarätigeres Darstellerpaar geschnappt, die im wirklichen Leben ja miteinander liiert und eben auch ganz exzellente Schauspieler sind. AGENTS SECRETS als langweilig zu bezeichnen, ist allerdings völlig blödsinnig, denn der Film lebt zwar nicht ausschließlich von plakativen Actionszenen ? die gibt es auch und sind äußerst kaltschnäuzig und brutal inszeniert, aber manchmal auch etwas zu unrealistisch ?, erzeugt dafür aber eine eher unterschwellige Spannung, die einer Atmosphäre ständiger Bedrohung und Misstrauen entspringt, wozu gut sein langsamer, aber nicht langatmiger Erzählrhythmus passt. Sowieso ist das Bild der Agentenwelt bei Schoendoerffer wenig schmeichelhaft oder heroisch, denn Cassel und Bellucci sind in ihren Rollen nicht mehr als Bauern in einem unmoralischen Spiel, die jederzeit geopfert werden können, wenn sie nicht mehr funktionieren, und die man nach Belieben manipulieren kann. Die zugrunde liegende Geschichte, in der es um Schmuggel und internationale Verwicklungen geht, wo Mord und andere Mittel zur Sicherung bestimmter Interessen dienen, ist eher zweitrangig und lässt sich in dieser Form wahrscheinlich in zig anderen Agentenfilmen finden. Dafür geht es Schoendoerffer eher um eine moralisch ambivalentere Zeichnung von Menschen, die sich in diesem Bereich bewegen und die oftmals sehr pragmatische Entscheidungen treffen müssen, die sie nicht wirklich sympathisch machen, aber eben menschlich, wenn zum Beispiel Bellucci einer Frau im Gefängnis auf heimtückische Art eine Giftpille verabreicht, um sich damit selbst freizukaufen, was auch den Zuschauer in eine zwiespältige Position bringt, zwischen tatsächlicher Anteilnahme und völliger Abneigung. Insofern ist es nur konsequent, wenn AGENTS SECRETS seine Protagonisten mit einem offenen Ende in eine ungewisse Zukunft entlässt. Eine angenehm intelligente Alternative zum Stumpfsinn amerikanischer Filme dieser Kategorie und nicht weniger blöden französischen Mainstreamprodukten, allerdings nicht ganz ohne Schwächen. Sehr ärgerlich mal wieder, dass sich auf der deutschen DVD zwar die französische Tonspur befindet, aber keine Untertitel dafür, so muss man wieder mal eine höchstens durchschnittliche deutsche Synchro ertragen. (Highlight)

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 14.08.2006 Thomas Kerpen
 
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