Tausche Abo gegen T-Shirt!

Wer das Ox bis zum 31. Januar 2009 neu abonniert, wer ein Abo verschenkt oder als Ox-Abonnent einen neuen Abonnenten wirbt, der bekommt von uns das Ox-T-Shirt (weißer Ox-Skull auf schwarzem Stoff) geschenkt!
Mehr lesen ...

http://www.livegigs.de

DOMINO

(USA/Frankreich, 2005)

Tony Scott und sein Bruder Ridley sind eigentlich immer ein schönes Beispiel dafür gewesen, wie man seine Erfahrungen als Regisseur von Werbespots mal mehr mal weniger erfolgreich auch auf einen Kinofilm übertragen kann. Vor allem bei Tony Scott finden sich einige wirklich schrecklich abschreckende Filme wie SPY GAME, THE FAN, DAYS OF THUNDER und natürlich TOP GUN, dafür aber auch THE HUNGER und TRUE ROMANCE, der beste nicht von Tarantino selbst stammende Tarantino-Film mit Tarantino-Drehbuch, wo Mr T allerdings überhaupt nicht mit dem Endergebnis einverstanden war. Und zuletzt dann MAN ON FIRE, wo Scott aus einem relativ lahmen 80er-Jahre-Film einen ziemlich packenden, emotional unter die Haut gehenden und ruppigen Rache-Thriller gebastelt hatte. Hier gab es im Ansatz schon einige extrem flashige visuelle Kapriolen zu sehen, die Scott bei DOMINO, seiner fiktiven Aufarbeitung der Biographie von Domino Harvey, die lieber Kopfgeldjägerin als Model sein wollte und kurz vor der Fertigstellung des Films im Alter von 35 Jahren im Krankenhaus an einem überdosierten Schmerzmittel starb, auf gut zwei Stunden ausdehnte und den Großteil des Mainstream-Publikums damit schlichtweg überforderte. Damit ist DOMINO zumindest in visueller Hinsicht so eine Art avantgardistischer postmoderner Actionfilm geworden, auch wenn er dafür mit weniger zur Identifikation einladenden Charakteren aufwartet wie MAN ON FIRE und man vom Drehbuch von DONNIE DARKO-Regisseur Richard Kelly vielleicht etwas mehr erwartet hätte. Style over substance funktioniert hier mal im positiven Sinne, denn so sehr DOMINO auch die Augen strapaziert, so beeindruckend ist im selben Maße auch seine subversive Energie, vor allem beim Unterlaufen bestimmter Genre-Erwartungen, die den Film weder zu einem wirklichen Actionfilm noch zu einem ernstzunehmenden Biopic macht. Wobei hier die unglaubwürdigsten Momente sogar noch die sind, die am ehesten der Wahrheit entsprechen, ansonsten hat es Scott wohl eher wie John Ford und dessen Textzeile aus THE MAN WHO SHOT LIBERTY VALANCE gehalten: ?When the legend becomes fact, print the legend.? Scott treibt seine Ironisierung zwar nicht so auf die Spitze wie bei TRUE ROMANCE, aber es ist schon ein eigenartig absurder Moment, als die Kopfgeldjägertruppe nach einem unfreiwilligen Drogentrip irgendwo in der Wüste strandet und zu den Klängen eines Tom Waits-Songs genau dieser Herr im Auto heranbraust, um in Folge einige philosophisch verbrämte Sätze abzulassen. Wen das alles nicht überzeugt, für den gibt es dann als Pro-Argument noch die wunderbare Keira Knightley als Domino ?I wanna have a little fun? Harvey in einer eher ungewöhnlichen Rolle, die aber einmal mehr die Klasse dieser Frau betont, und an ihrer Seite Mickey Rourke, der sich in den letzten Jahren durch kuriose Nebenrollen wieder extrem gemausert hat, neben Lucy Liu, Mena Suvari und Christopher Walken. Auf der DVD gibt es ebenfalls noch ein 20-minütiges Feature über Domino Harveys Leben, wonach man Scotts Film ein wenig besser für sich einordnen kann, der aber sicherlich für viele Leute eine etwas unbefriedigende Erfahrung bleiben wird. Angeblich hat Scott gerade ein Remake von Walter Hills THE WARRIORS in Planung, lassen wir uns überraschen. (Highlight)

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 14.08.2006 Thomas Kerpen
 
» Home of Movies Ox #66
 
« vorherige Seite  zurück nächste Seite »
» alle Präsentationen
english Version Impressum Kontakt Seite empfehlen Seite drucken Sitemap Disclaimer