DRIVE(Japan, 2002)
Nach Hiroyuki Tanakas (besser bekannt als Sabu) äußerst schwachem und langweiligen BLESSING BELL, der bei uns ja sogar im Kino lief, hatte ich so ein bisschen das Interesse an dessen Filmen verloren. Seitdem hat der Japaner drei weitere Filme gedreht, wobei jetzt bei uns leicht verspätet doch noch mal der wie BLESSING BELL 2002 entstandene DRIVE (I-ON New Media) auf DVD veröffentlicht wurde, der eher die Klasse von Sabu-Glanzleistungen wie MONDAY besitzt und vielleicht sogar einer seiner besten Filme ist. Die Ausgangssituation ist dabei ähnlich wie in anderen Sabu-Filmen, wo Durchschnittsbürger in bizarre Extremsituationen geraten, hier erneut Shin?ichi Tsutsumi aus MONDAY, der von ein paar Bankräubern gezwungen wird, mit seinem Auto deren vierten Mann zu verfolgen, der sich mit der Beute aus dem Staub machen will. Allerdings spielt Tsutsumi hier einen schwer neurotischen Charakter, der sich auch von einer vorgehaltenen Waffe nicht dazu bringen lässt, die Verkehrsregeln zu missachten. Daraus entwickelt sich ein herrlich absurdes, surreales Roadmovie, wie auch in anderen Filmen des Regisseurs vollgestopft mit seltsamen Episoden und einem trockenen, an Kaurismäki erinnernden Humor, in dessen Folge der Durchschnittsbürger mal wieder über sich hinauswächst, aber auch die Bankräuber eine erstaunliche Entwicklung durchmachen, so wird einer von ihnen irgendwann Sänger einer Punkband. DRIVE besitzt dabei einen wirklich waghalsigen Einfallsreichtum und unterhält einen selbst noch in den nachdenklicheren Momenten prächtig, die oft die Durchhänger-Phasen bei Sabu sind. Kein schlechter Start, um diesen eigenwilligen japanischen Regisseur für sich zu entdecken, der ja auch als Schauspieler sehr aktiv ist und hier in einem der Interviews des Bonusmaterials ebenfalls zu Wort kommt. |