FAHR ZUR HÖLLE, LIEBLING
(USA, 1975)
Es gibt gute und weniger gute Raymond Chandler-Verfilmungen und Dick ?March or die? Richards? FAHR ZUR HÖLLE, LIEBLING (Concorde) von 1975 gehört zu den guten, ist allerdings die zweite von ?Farewell, My Lovely?, denn bereits 1944 hatte Edward Dmytryk LEB WOHL, LIEBLING gedreht, dem viele Leute nach wie vor den Vorzug geben, der allerdings damals auf die sleazigeren Stellen der Geschichte verzichtete. Robert Mitchum mag im ersten Moment eine ungewohnte Wahl für die Rolle des Philip Marlowe sein, aber man gewöhnt sich schnell an den zu diesem Zeitpunkt bereits 57-jährigen großartigen Darsteller mit dem traurigen Hundeblick, der den Zynismus und die moralische Abgeklärtheit von Chandlers Antiheld gut rüberbringt. Marlowe soll hier für einen Zuchthäusler namens Moose Malloy dessen alte Liebe Velma aufspüren, eine ehemalige Nachtklubtänzerin. Auf den üblichen, für den Zuschauer erst nicht so richtig durchschaubaren Umwegen gelingt es Marlowe auch hier, inklusive einiger Blessuren, den eigentlichen Tatsachen auf die Spur zu kommen, wie so oft mit unangenehmen Wahrheiten verknüpft, durch die die saubere Fassade der besseren Gesellschaft Risse bekommt. An Mitchums Seite kann man eine wirklich eisige Charlotte Rampling bewundern und in weiteren Rollen Joe ?Maniac? Spinell, Harry Dean Stanton und einen jungen Sylvester Stallone. Ein schönes, atmosphärisches Stück Film-Noir, wenn auch mit etwas unsteter Spannungskurve. Die DVD von Concorde stellt im Vergleich zur UK-DVD mit ihrem matschigen Vollbild einen echten technischen Quantensprung dar und sei hier wärmstens empfohlen, zumal sie auch die Originaltonspur enthält. |