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DIE FILZLAUS

(Frankreich, 1973)

Der Franzose Francis Veber hat die Drehbücher für sehr unterschiedliche Filme geschrieben, darunter recht ernste Sachen wie PEUR SUR LA VILLE von Henri Verneuil mit Belmondo, aber eben auch jede Menge Komödien wie der großartige, von ihm selbst inszenierte LE DÎNER DE CONS. DIE FILZLAUS bzw. L? EMMERDEUR (Concorde) von 1973, gedreht von Edouard Molinaro (EIN KÄFIG VOLLER NARREN), war ein von Kritikerseite weniger geschätztes Werk Vebers, basierend auf einem seiner Theaterstücke, eigentlich komisch, denn der Film ist nach wie vor ein Heidenspaß. Der großartige Lino Ventura spielt darin einen Profikiller, der bei der Ausübung seines Jobs ? er soll den Kronzeugen in einem Gerichtsprozess beseitigen ? durch einen suizidgefährdeten Hemdenverkäufer, den seine Frau verlassen hat, im Hotelzimmer nebenan permanent gestört wird. Also versucht er den Störenfried loszuwerden, was sich allerdings als nicht so einfach herausstellt, denn der vom belgischen Sangesbarden Jacques Brel, der auch die Musik beisteuerte, gespielte Hemdenverkäufer ist ein neurotisches Nervenbündel von erstaunlicher Zähigkeit, das selbst den eiskalten Killer aus der Fassung bringen kann. Veber setzt hier vor allem auf eher unsubtile Situationskomik, aber die Absurdität der ganzen Geschichte ist schon eine Klasse für sich, und mit gut 80 Minuten auch nicht künstlich in die Länge gezogen. Wem die Geschichte bekannt vorkommt, 1981 drehte Billy Wilder mit Jack Lemmon und Walter Matthau unter dem Titel BUDDY, BUDDY ein Remake des Stoffes, seine letzte Regiearbeit und ebenfalls von Kritikerseite wenig geschätzt, allerdings ähnlich absurd und überdreht wie das Original. In Deutschland bekam DIE FILZLAUS leider eine dieser typischen, niveaulosen 70er Jahre-Synchros verpasst ? ich meine, hier auch Rainer Brandt als Sprecher einer der Nebenfiguren vernommen zu haben ?, aber die DVD von Concorde enthält auch die deutsch untertitelte französische Tonspur, ansonsten aber keine Extras.

 
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Thomas Kerpen 14.08.2006 Thomas Kerpen
 
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