IM STAUB DER SONNE
(Italien/Frankreich, 1968)
Bruno Corbucci, Bruder von DJANGO-Regisseur Sergio Corbucci und Drehbuchautor des Films, war als Autor wohl immer erfolgreicher als als Regisseur, auf dessen Kappe Filme wie MESSALINA, MESSALINA! oder einige schlimme Hau-Drauf-Streifen mit Tomas Milian gehen, und noch einige andere Meisterwerke, die in Deutschland mit tollen Titeln wie ALS DIE FRAUEN DAS BETT ERFANDEN oder ISABELLA - MIT BLANKER BRUST UND SPITZEM DEGEN versehen wurden. IM STAUB DER SONNE bzw. SPARA, GRINGO, SPARA von 1968 ist einer seiner ernstzunehmenderen Filme, aber letztendlich auch nur ein Italowestern der B-Kategorie, in dem der Revolvermann Stark vom mexikanischer Großgrundbesitzer Don Francisco Quintara angeheuert wird, seinen Sohn zurückzubringen, der sich einer Bande von Halunken angeschlossen hat. Ein Großteil der Handlung geht dafür drauf, zu zeigen, wie der Filius versucht, dem gewieften Pistolero zu entwischen, wo Corbucci Humor mit ernsteren Tönen mischt, allerdings nicht um obligatorische Prügelorgien und andere Genre-Stereotypen herumkommt, den Zuschauer am Ende aber doch noch überrascht, was die eigentliche Motivation von Don Francisco Quintara angeht, den verlorenen Sohn zurückhaben zu wollen. Leider ist der Weg dahin für den Zuschauer ähnlich steinig wie für die beiden Protagonisten, die dabei fast in der Wüste umkommen, denn IM STAUB DER SONNE ist eher holprig inszeniert und überzeugt erzählerisch auch nur teilweise. Eher was für Italowestern-Komplettisten, wobei Koch hier in technischer Hinsicht wieder saubere Arbeit geleistet hat und den Film auch in kompletter Form präsentiert. Die Freigabe ab 12 Jahren verweist allerdings schon darauf, dass es sich hier nicht gerade um einen besonders gewalttätigen Vertreter dieses Genres handelt. Sehr amüsant ist dafür die hier als Bonus enthaltene US-TV-Doku ?Western, Italian Style? von 1968, wo auch Enzo G. Castellari auftaucht. |