STEREO | CRIMES OF THE FUTURE
(Kanada, 1969)
(Kanada, 1970)
Ganz nüchtern betrachtet, würde sich für die folgenden beiden Filme kein Schwein interessieren, wenn David Cronenberg nicht mittlerweile ein angesehener Regisseur wäre. STEREO von 1969 und der ein Jahr später entstandene CRIMES OF THE FUTURE (Reel23/projekt b) sind jetzt zusammen auf einer DVD erschienen, in exzellenter Qualität und mit deutschen Untertiteln versehen, waren allerdings schon zuvor als Bonus auf der US-DVD von FAST COMPANY enthalten, Cronenbergs Rennfahrerfilm von 1979. Fünf Jahre vor seinem ersten wichtigen Film SHIVERS zeigen die beiden einstündigen Studentenfilme STEREO (noch in schwarzweiß gedreht) und CRIMES OF THE FUTURE durchaus Cronenbergs späteres visuelles Gespür für abstrakte Architektur und eine unterkühlte Bildsprache, ebenso wie für Themen wie die Machenschaften von High-Tech-Instituten, Telepathie und bizarre Erkrankungen. Allerdings braucht es schon eine übernatürliche Form von Geduld, um diese beiden Filme durchzustehen, die quasi Stummfilme sind, gäbe es da nicht einen Off-Sprecher, der alles halbwegs zusammenhält, und seltsame Geräusche, aber ansonsten keinen Dialog. Die durchaus interessanten Bildkompositionen langweilen allerdings nach spätestens zehn Minuten, denn sie entbehren jeder nachvollziehbaren Dramaturgie und würden ohne den Off-Kommentar wirklich keinerlei Sinn ergeben. Man muss deshalb schon sehr an Cronenberg interessiert sein, um diese selbstverliebten Experimentalfilme durchzustehen, die nicht mehr als intellektuelle Hörspiele mit wirren Bildern sind. |