FAHRSTUHL ZUM SCHAFOTT
(Frankreich, 1958)
FAHRSTUHL ZUM SCHAFOTT (Alamode Film) von 1958 ist das nach wie beeindruckende Regiedebüt von Louis Malle, damals gerade 24 Jahre alt, ein düsterer, existenzialistischer Film Noir, vielleicht nicht so hochklassig wie Jules Dassins DU RIFIFI CHEZ LES HOMMES von 1955, aber eben immer noch sehr gut. Eine erst nicht besonders überraschende Krimigeschichte, in der der Ex-Söldner Julien, der für einen Waffenhändler arbeitet, eine Affäre mit dessen Frau Florence hat und diesen eines Tages umbringt, das aber als Selbstmord tarnt. Was das perfekte Verbrechen werden sollte, bekommt aber eine überraschende Eigendynamik, denn Julien muss nach seiner Tat erneut ins Bürogebäude, weil er einen wichtigen Beweis für den Mord nicht beseitigt hatte, steckt aber plötzlich im Aufzug fest, als der Strom abgestellt wird. Währenddessen leiht sich ein junges Pärchen seinen hastig abgestellten Wagen aus, eine Spritztour, die mit einem Doppelmord endet, für den allerdings Julien verantwortlich gemacht wird. Und seine Geliebte Florence (eine unglaublich müde und alt aussehende Jeanne Moreau, die durch diesen Film ihren Bekanntheitsgrad aber extrem steigern konnte) irrt auf der Suche nach Julien desorientiert durch das nächtliche Paris, zu der tollen Musik von Miles Davis, die zum laufenden Film improvisiert wurde und dieser empfehlenswerten DVD als Bonus-CD beiliegt. Durch diese Ironie des Schicksals, die im Titel ja deutlich zum Ausdruck kommt, bleibt der gemeine Mord der beiden Turteltäubchen nicht ungesühnt, allerdings anders, als man sich das vielleicht vorgestellt hätte. ASCENSEUR POUR L?ÉCHAFAUD ist auf jeden Fall ein Klassiker des französischen Kinos, alleine schon durch die stilisierten Schwarz-Weiß-Bilder des nächtlichen Paris, aber auch als überdurchschnittlicher, extrem atmosphärischer Thriller funktioniert Malles rundum gelungenes Debüt immer noch ganz prächtig und jeder Fan anspruchsvoller Filmkost sollte ihn eigentlich mal gesehen haben. Mit dabei übrigens auch Lino Ventura. |