HONGKONG CRIME SCENE(Hong Kong, 2005)
Benny Chan steht auf meiner Liste wichtiger Hong Kong-Regisseure nicht sonderlich weit oben, und sein Frühwerk A MOMENT OF ROMANCE dürfte noch einer seiner besten Filme sein. HONGKONG CRIME SCENE bzw. DIVERGENCE (Koch Media) bewegt sich im Feld anspruchsvollerer Actionfilme, schafft aber nur selten überzeugend die Balance zwischen mitreißend inszenierter Actionszenen und Drama, und driftet nur zu oft in schmerzhafte Rührseeligkeit ab, was den Unterhaltungswert des Films extrem schmälert. Im Mittelpunkt steht der Polizist Suen, der ein schwerwiegendes Trauma mit sich rumschleppt, denn vor zehn Jahren verschwand seine Freundin spurlos, die er seitdem verzweifelt sucht. Als ein Kronzeuge im Prozess gegen einen Gangsterboss in seinem Beisein erschossen wird, macht er sich auf die Suche nach dem Killer und stößt dabei auf die Frau des Anwalts, der besagten Gangsterboss verteidigt, und die ihn extrem an seine verschwundene Freundin erinnert. Suens sowieso schon etwas wackelige Psyche wird weiter erschüttert, als der Killer bei ihm vorstellig wird und seinen Ermittlungen in unerwarteter Weise auf die Sprünge hilft. Auch wenn Chans Film leider nur teilweise gelungen ist, besitzt er mit Aaron Kwok, Ekin Cheng und Daniel Wu (ONE NITE IN MONGKOK) drei Hauptdarsteller, die ihre Rollen tatsächlich ausfüllen und die Figuren angenehm vom üblichen Gut-Böse-Schema vieler Actionfilme abheben ? und als Schauspieler sind mir Kwok und Cheng sowieso lieber als als Sänger (Kantopop sucks big time!). HONGKONG CRIME SCENE wäre sicher deutlich besser geworden, wenn Chan bezüglich des emotionalen Chaos? seiner Hauptfiguren nicht so dick aufgetragen hätte und sich mehr auf die Action konzentriert hätte, die seinen Film letztendlich immer noch sehenswert macht. Aber dabei bitte unbedingt die Kantonesische Tonspur der technisch einwandfreien, ungeschnittenen deutschen DVD anwählen. |