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POLLE FICTION

(Dänemark, 2002)

Es ist schon etwas problematisch, wenn man Filme auf dem Cover mit ?Polle iss Kult? und ?South Park mit echten Menschen? anpreist, wie im Fall von Søren Faulis POLLE FICTION (I-On New Media) aus dem Jahr 2002, auch wenn das ein Trottel von Entertainment Today geschrieben haben soll. Zu Beginn hat man eher das Gefühl, es würde sich um die Komödien-Version von GUMMO handeln, eine amüsante Freakshow, in der besagter Polle, der ein wenig wie Bernhard Hoecker mit mehr Haaren aussieht, nach einem Arbeitsunfall bei der Ausübung seines Jobs als Fäkalien-Entsorger zum begehrten Junggesellen wird, da ihm seine Unfallsversicherung eine große Summe Geldes auszahlt. Dummerweise gerät er ausgerechnet an die Dorfschlampe, die den armen Trottel nur ausnutzen will, aber Polle, der nur ein bisschen komisch aussieht, aber eigentlich ja ein Guter ist, bekommt dann schließlich doch noch das Mädchen seiner Träume. So what? Aus der anfänglichen, durchaus spaßigen Freakshow wird letztendlich eine ziemlich dürftige Schmonzette, wo man sich wirklich fragt, was die Macher jetzt eigentlich im Sinn hatten, denn mit ?South Park? hat das nun wirklich gar nichts zu tun, ebenso wie mit den geschmacklichen Tiefschlägen der Farrelly-Brüder. Umso ominöser wird das Ganze, wenn man erfährt, dass der Film auf den reichlich dämlichen Werbespots des dänischen Mobilfunkanbieters Sonofon basiert, die auf der deutschen DVD ebenfalls enthalten sind, und die ihn auch mitfinanziert haben. Mit Humor ist das ja immer so eine Sache, aber POLLE FICTION wartet wirklich auch nicht ansatzweise mit irgendeiner Form von geschmacklicher Grenzüberschreitung auf, ist aber insgesamt nicht ganz so dämlich wie die Werbespots. Ein dänischer Landsmann meinte dazu im Internet allerdings recht unangenehm berührt: ?I am no longer proud to be Danish.?

 
Beitrag von: erstellt am: Nachricht an:
Thomas Kerpen 15.08.2006 Thomas Kerpen
 
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